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Es geht ordentlich rund
Leiden von den ersten Kilometern an

Rund 130 Junioren-Radrennfahrer aus 21 Nationen starten heute in Neunkirchen in die 31. Auflage der Trofeo-Radrundfahrt. Besonders die Auftaktetappe nach Münchwies hat es für die Nachwuchsfahrer in sich.
Rund 130 Junioren-Radrennfahrer aus 21 Nationen starten heute in Neunkirchen in die 31. Auflage der Trofeo-Radrundfahrt. Besonders die Auftaktetappe nach Münchwies hat es für die Nachwuchsfahrer in sich. FOTO: Peter Melchior
Gersheim . Heute Nachmittag starten rund 130 Junioren-Radrennfahrer aus der ganzen Welt in die 31. Auflage der Trofeo. Von Svenja Hofer

Die Abläufe sind drin, die letzten Vorbereitungen sind im Gange. „Es läuft alles“, betont Wolfgang Degott, Cheforganisator der LVM-Saarland-Trofeo. Immerhin geht das Junioren-Radrennen heute Nachmittag mit dem Start in Neunkirchen bereits in die 31. Runde. Etwas bange wird Degott nur beim Blick auf die Wetterprognose fürs Wochenende. „Für Samstag sieht es nicht so gut aus.“ Aber verrückt machen lässt er sich davon nicht. „Das haben wir alles schon mitgemacht – wir müssen es ohnehin nehmen, wie es kommt.“

Bereits zum elften Mal gehört die Trofeo in diesem Jahr zum UCI-Nations-Cup. Und damit zu einem Etappenrennen mit dem höchsten Stellenwert, das ein Juniorenrennen weltweit haben kann. Insgesamt werden rund 130 Nachwuchsfahrer aus rund 20 Nationen in die Pedale treten. Darunter auch die Teams der UCI-Weltranglistenführenden aus Italien und Norwegen. Deutschland liegt hier auf Rang fünf. Nach einer Regelaufweichung sind erstmals auch Mixed- und Regionalmannschaften am Start. So bekommt etwa eine Saar-Pfalz-Auswahl um Jan-Eric Rinke vom RV Blitz Oberbexbach die Chance, sich mit den besten Nachwuchsfahrern der Welt zu messen. Neu ist auch die Trikotfarbe des Gesamtführenden. Angepasst an das Logo des neuen Namenssponsors fährt der Spitzenreiter künftig in Grün. Neben dem Trikot für den Gesamtsieg der Trofeo kämpfen die Junioren zudem um das weiße Sprint-, das gepunktete Berg-, das blaue Teamtrikot sowie das rote für den besten Jungfahrer.

Bis sich die Sieger diese nach vier Tagen überstreifen dürfen, haben sie allerdings zahlreiche Kilometer und einige Anstiege in den Beinen. Bereits die Auftaktetappe heute hat es in sich. „Auf diesen 110 Kilometern wird den Jungs alles abverlangt“, betont der ehemalige Weltmeister Andreas Walzer, der die Strecken selbst abgefahren ist. Von Neunkirchen aus bewegt sich der Tross über Hangard auf einen Rundkurs durch Münchwies, Frankenholz, Höchen, mit einem Abstecher über den Websweilerhof, Waldmohr und Breitenbach bis zum harten Anstieg ins Ziel nach Münchwies. „Das ist eine sehr anspruchsvolle Strecke und gleich eine entscheidende Etappe.“ Zu gewinnen sei die Rundfahrt am ersten Tag zwar noch nicht, „aber sicher zu verlieren“, macht Walzer die besondere Herausforderung deutlich.



Mitentscheidend für den Gesamtsieg ist aus seiner Sicht vor allem die zweite Etappe am morgigen Freitag. Von Ormesheim führt diese nach Altheim. Die 99 Kilometer mit Steigungen von bis zu 15 Prozent erinnerten Walzer an bergige Frühjahrsrennen wie Bastogne-Lüttich. „Das ist die schwerste Etappe, die bei der Trofeo je gefahren wurde.“

Eher leicht erscheint da die schon traditionelle Etappe am Samstagmorgen rund um Homburg. Vom Christian-Weber-Platz geht es aus der Innenstadt über Kirrberg, durch das pfälzische Mörsbach, die Käshofer Straße hoch und über Bruchhof zurück nach Homburg. Insgesamt sind hier 79 Kilometer zu bewältigen. Los geht es um zwölf Uhr. „Wir haben hier eine Strecke, die seit Jahren unverändert ist. Und wir haben ein Rennen, das mittags startet – also zu einer Zeit, in der noch viele Leute in der Stadt sind. Deswegen gibt es auch guten Zuspruch“, erklärt Degott. Mit diesem Abschnitt war es das an diesem Tag allerdings noch nicht für die Juniorenfahrer. Ab 18 Uhr kämpfen sie im Einzelzeitfahren über 13,9 Kilometer rund um Medelsheim um Topzeiten.

Die längste Etappe wartet dann zum Abschluss. Acht Mal wird die 15 Kilometer lange Rundstrecke von Niedergailbach über Gersheim und Herbitzheim absolviert. „Es ist eine der leichtesten Schlussetappen der Trofeo, man muss allerdings bedenken, was die Jungs bis dahin bereits in den Beinen haben.“ Am Sonntagnachmittag wird am Zielort in Bliesdalheim, das die Trofeo in seine Feier zum 800. Geburtstag einbindet, der Gesamtsieger mit dem neuen grünen Trikot gekürt.