| 22:10 Uhr

Leichtathletik
Klosterhalfen und Krause trumpfen auf

 Die enttäuschende WM ist abgehakt, beim Istaf in Berlin stellte Konstanze Klosterhalfen über 1500 Meter eine persönliche Bestzeit auf.
Die enttäuschende WM ist abgehakt, beim Istaf in Berlin stellte Konstanze Klosterhalfen über 1500 Meter eine persönliche Bestzeit auf. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Berlin. Die deutschen Topläuferinnen überzeugen beim Istaf in Berlin mit persönlichen Bestleistungen.

Gesa Felicitas Krause rehabilitierte sich mit einem deutschen Rekord für ihr WM-Pech, Weltmeister Johannes Vetter unterstrich seinen Ruf als bester Speerwerfer des Jahres, und Konstanze Klosterhalfen ist einfach ein Phänomen. Die deutschen Leichtathleten haben beim ältesten Meeting der Welt, dem Internationalen Stadionfest (Istaf) in Berlin, gestern noch einmal alle Reserven mobilisiert.

Angetrieben vom Publikum verbesserte WM-Pechvogel Krause ihren deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis auf 9:11,85 Minuten. Das bedeutete Platz zwei hinter der Kenianerin Norah Jeruto Tanui, die in 9:03,72 Minuten so schnell war wie noch nie eine Läuferin in Berlin. Krause, die bei der WM in London durch eine Rempelei um ihre Medaillenchance kam, drückte ihre eigene Rekordmarke vom Mai dieses Jahres um fast vier Sekunden. „Nach dem WM-Debakel war es schwer, mich aufzuraffen. Aber ich wollte diesen Rekord“, sagte sie: „Es ist der beste Abschluss der Saison, den ich mir wünschen konnte.“

Auch Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter genoss die Ovationen der 42 500 Besucher. „Ich bin komplett am Ende“, stöhnte der ausgepumpte Athlet, nachdem er mit 89,85 Metern Olympiasieger Thomas Röhler (86,07) erneut in Schach gehalten hatte. Den Meeting-Rekord des tschechischen Weltrekordlers Jan Zelezny (91,30) verpasste er aber. „Jetzt muss ich erst mal Pause machen. Und dann freue ich mich auf die EM in Berlin 2018“, meinte Vetter.



Grandios präsentierte sich Konstanze Klosterhalfen. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich weiß nicht, wo ich diese Zeit noch hergeholt habe“, sagte die 20-Jährige, nachdem sie in 3:58,92 Minuten ihre persönliche Bestleistung über 1500 Meter bei ihrem Sololauf um 0,38 Sekunden gedrückt hatte. Bei der WM in London war sie nach taktisch schwacher Vorstellung über 1500 Meter im Halbfinale gescheitert. Nun sind die neuen Rekorde die Höhepunkte einer fabelhaften Saison, in der sie auf den Strecken von 800 bis 5000 Meter jeweils neue Bestmarken erzielte.

Enttäuschend verlief unterdessen das Saisonende für die Harting-Brüder im Diskus-Ring. Robert gewann zwar mit 64,59 Metern das Duell gegen Christoph (62,83). Das reichte jedoch nur zu Rang fünf, Christoph wurde Achter. Piotr Malachowski aus Polen war mit 67,18 Metern von keinem der beiden zu gefährden. Auch bei Weitspringerin Claudia Salman-Rath merkte man den Kräfteverschleiß der letzten Wochen. Die Neu-Saarbrückerin kam über 6,39 Meter nicht hinaus und wurde Achte. Sprinterin Laura Müller vom LC Rehlingen musste wegen Oberschenkelproblemen kurzfristig passen. Für die 20-Jährige ging die Saison damit unglücklich zu Ende.