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Hallen-Meeting in Karlsruhe
Holzdeppe schlägt Stabhochsprung-Überflieger Lavillenie

Wusste beim Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe zu überzeugen: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Foto: Uwe Anspach
Wusste beim Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe zu überzeugen: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Foto: Uwe Anspach FOTO: Uwe Anspach
Rheinstetten. Der frühere Freiluft-Weltmeister Raphael Holzdeppe hat beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe Hallen-Weltrekordler Renaud Lavillenie bezwungen. Von Ulrike John, dpa

Stabartist Raphael Holzdeppe auf dem Höhenflug, Konstanze Klosterhalfen knapp an einem deutschen Uraltrekord vorbei und Tatjana Pinto im Sprint ganz vorne.

Die deutschen Leichtathleten haben beim Karlsruher Hallen-Meeting kräftig für die Europameisterschaften im August in Berlin geworben. Trotz der Hallen-WM Anfang März in Birmingham blicken die Asse schon jetzt fast nur auf die Titelkämpfe vor heimischer Kulisse.

„Die Aufmerksamkeit im eigenen Land wird riesig sein“, sagte Pamela Dutkiewicz, die WM-Dritte im Hürdensprint. Die EM biete „Riesenmöglichkeiten“, natürlich auch für die Vermarktung. Ihre Rivalin Cindy Roleder, Freiluft-Vize-Weltmeisterin von 2015 aus Halle/Saale, sagte am Samstag: „Ich habe einen Traum: vier Deutsche im Finale von Berlin.“



Bei der 34. Auflage des eine Million teuren Karlsruher Sportfestes musste sich Roleder in 7,84 Sekunden den Amerikanerinnen Sharika Nelvis (7,80) und Christina Manning (7,81) geschlagen geben. Die Wattenscheiderin Dutkiewicz kam als Fünfte in 7,95 ins Ziel.

Dafür bejubelten die 4500 Zuschauer in der ausverkauften Messehalle andere deutsche Sieger. Allen voran Holzdeppe. Der Weltmeister von 2013 glänzte mit der persönlichen Bestleistung unterm Dach von 5,88 Metern und bezwang dabei auch Überflieger Renaud Lavillenie. Der Franzose hält mit 6,16 Metern den Weltrekord, haderte diesmal aber mit seinem Anlauf und überwand nur 5,83 Meter.

Holzdeppe hingegen übertraf die Norm für Birmingham gleich um zehn Zentimeter. „Für mich war das ein perfekter Tag“, sagte der 28-Jährige aus Zweibrücken. „Ich freue mich, dass ich so langsam wieder an Höhen anknüpfen kann, die ich auch draußen schon gesprungen bin.“ Bei 5,94 Metern steht seine Bestleistung von 2015.

Zwei „sensationelle Jahre“ hatte Holzdeppe 2012 mit Olympia-Bronze und 2013 mit WM-Gold. „2014 lief gar nichts zusammen, 2015 war umso besser“. Da holte er WM-Silber. „Die letzten zwei Jahre waren dann einfach nur ärgerlich“: Holzdeppe hatte Probleme mit seinen Stäben und musste die Marke wechseln; dazu kamen gesundheitliche Probleme.

Vor dem Namen von Malaika Mihambo stand in der Ergebnisliste nicht nur eine 1, sondern auch eine kleine Torte mit Kerzen: Die Weitspringerin von dder LG Kurpfalz setzte sich an ihrem 24. Geburtstag mit mäßigen 6,72 Metern durch.

Über 60 Meter gewann nach der kurzfristigen Absage von Sprinthoffnung Gina Lückenkemper (Leverkusen) wegen Beugerproblemen Tatjana Pinto in starken 7,10 Sekunden. „Konkurrenz belebt das Geschäft - super von Lisa“, sagte Pinto auch über die Zweiplatzierte Lisa Mayer aus Wetzlar, die in 7,12 Sekunden so schnell wie nie zuvor rannte.

Und dann war da beim Auftaktmeeting der World Indoor Tour noch Konstanze Klosterhalfen. Über 1500 Meter rannte Hallen-
Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (3:57,45) zwar weit vorne weg, aber die 20-Jährige aus Leverkusen verlor die Äthiopierin nie ganz aus den Augen. In 4:04,00 Minuten lief Klosterhalfen bei ihrem Saisoneinstand nur knapp am deutschen Rekord von 4:03,64 Minuten vorbei: Der wird seit 1984 von Brigitte Kraus gehalten. „Das war ein super Rennen“, meinte die für die EM hoch gehandelte Klosterhalfen.

Veranstalterseite

World Indoor Serie der IAAF

Deutsche Hallen-Bestenliste 2018

Porträt Holzdeppe

Porträt Pinto

Porträt Klosterhalfen

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Porträt Roleder

Porträt Mihambo