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Leichtathletik-WM in London
Erstes „neutrales“ Gold für Russland durch Lasitskene

London. Hochspringerin Maria Lasitskene holt den Titel. Marie-Laurence Jungfleisch verpasst Bronze knapp.

Die deutsche Hochsprung-Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch hat bei der Leichtathletik-WM in London die Bronzemedaille knapp verpasst. Die 26-Jährige kam beim Sieg der russischen Topfavoritin und Titelverteidigerin Maria Lasitskene, die als neutrale Athletin Gold gewann, mit 1,95 Metern auf Platz vier. Jungfleisch scheiterte drei Mal an 1,97 Metern. Die Polin Kamila Licwinko schaffte diese Höhe im dritten Versuch – hätte sie gerissen, wäre Jungfleisch Dritte geworden. Die in Paris geborene Tochter eines Vaters von der Karibikinsel Martinique hatte vor der WM betont: „Ich will eine Medaille holen. Vielleicht muss man die zwei Meter nicht springen.“

Lasitskene, die im ersten Anlauf 2,03 Meter übersprang, siegte nach hartem Kampf vor der erst 19 Jahre alten Ukrainerin Julia Lewtschenko (2,01). Licwinko, die nach dem knapp vermiedenen Aus noch 1,99 Meter im ersten Versuch meisterte, holte Bronze. Lasitskene, die im Vorfeld der Weltmeisterschaft sogar 2,06 Meter überquert hatte, sicherte sich ihr zweites WM-Gold und dem „russischen“ Team den ersten Sieg bei den Titelkämpfen. Die 24-Jährige, die unter ihrem Mädchennamen Kutschina 2015 in Peking gewonnen hatte, war wie 18 weitere Russen vom Weltverband IAAF mit einer Ausnahmegenehmigung ausgestattet worden, weil sie nachweisen konnte, dass sie nicht Teil des Dopingsystems in ihrer Heimat war. Hürdensprinter Sergej Schubenkow, Weitspringerin Darja Klischina und Hammerwerfer Waleri Pronkin hatten zuvor jeweils Silber geholt.

Russlands Leichtathleten sind seit 2015 gesperrt. Sie durften nicht an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen, den russischen Behindertensportlern wurde die Teilnahme an den Paralympics verwehrt.