| 22:10 Uhr

3. Liga
Lautern verliert immer mehr Anschluss

Fand klare Worte nach der Nullnummer gegen Wiesbaden: Kaiserslauterns Trainer Michael Frontzeck.
Fand klare Worte nach der Nullnummer gegen Wiesbaden: Kaiserslauterns Trainer Michael Frontzeck. FOTO: dpa / Robert Michael
Kaiserslautern. Auf dem Betzenberg wird die Stimmmung immer schlechter. Nach einer Nullnummer gegen Wehen Wiesbaden sind es schon zwölf Punkte bis zur Spitze. Auch der Geschäftsführer erkennt den Ernst der Lage.

Für den Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern wird es immer schwerer, das Saisonziel Wiederaufstieg zu erreichen. Am Sonntag kamen die Pfälzer vor 18 716 Zuschauern nicht über ein 0:0-Remis gegen den SV Wehen Wiesbaden hinaus. Nach nur einem Punkt aus den jüngsten drei Partien hat der FCK den Anschluss an die Tabellenspitze mit zwölf Punkten Rückstand verloren. Die Stimmung auf dem Betzenberg droht zu kippen. Wehen hingegen hält durch den Punkt den Anschluss zu den Spitzenplätzen.

Mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten die Lauterer Anhänger den erneut tristen Auftritt ihrer Mannschaft. Nur 21 Punkte aus 16 Spielen und Tabellenplatz zehn: Das ist viel zu wenig für die hohen Ansprüche auf dem Betzenberg. „Es ist eine schwere Situation. Ich kann den Frust der Fans verstehen“, erklärte Lauterns Geschäftsführer Michael Klatt. „Doch die Mannschaft hat sich der Situation gestellt und ist ihrer Verantwortung nachgekommen.“

Auch der Druck auf Trainer Michael Frontzeck wächst. Bis zur Winterpause ist er zum Punkten verdammt. „Das war heute ein sehr glücklicher Punkt. Mit der Art und Weise können wir nicht zufrieden sein. Wir sollten uns mehr mit der dritten Liga identifizieren. Die großen Zeiten dieses Vereins sind nämlich vorbei“, sagte Frontzeck.



In einer lange ereignisarmen Partie hatten die Gäste aus Wehen die bessere Spielanalage. Lautern fand keinen Zugriff im Spiel nach vorne und leistete sich zum wiederholten Male zu viele Fehler im Aufbau. Bei Manuel Schäfflers Kopfball (42. Minute) rettet der Pfosten für Lautern. Die erste FCK-Chance nach über einer Stunde setzte Jan Löhmannsröben ebenfalls an den Pfosten (68.). In der Schlussphase agierten beide dann mit offenem Visier, der Siegtreffer gelang aber keinem der Teams.

„Schade, dass wir das Spiel nicht auf unsere Seite ziehen konnten. Wir haben ganz wenig zugelassen und die besseren Chancen gehabt. Es war ein mutiger und disziplinierter Auftritt“, lobte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm, dessen Mannschaft mit vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz weiter in Schlagdistanz zur Spitze liegt.

Der VfL Osnabrück festigte mit dem 3:1 (1:0) gegen Aufsteiger Energie Cottbus und dem neunten Saisonerfolg die Tabellenführung. Emotional war die Partie für Sebastian Klaas, der in seinem ersten Saisoneinsatz nach langer Verletzungspause den Endstand markierte. „Ich habe am Tag vor dem Spiel zu meinen Bruder gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass ich reinkomme und ein Tor mache. Dass das geklappt hat, bedeutet mir sehr viel“, sagte der 20-Jährige. Der Mittelfeldspieler hatte sich im Sommer bei einem Badeunfall den siebten Halswirbel gebrochen.

Vier Punkte hinter der Spitze rangiert der Karlsruher SC auf Platz zwei. Der KSC setzte sich am Sonntag mit 3:2 (3:1) gegen Aufsteiger TSV 1860 München durch. Dritter ist Mitaufsteiger KFC Uerdingen, der nach dem 2:0 (1:0) gegen den VfR Aalen einen Zähler Rückstand auf den KSC hat.