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Last-Minute-Treffer von Messi bringt Argentinien ins Achtelfinale

Belo Horizonte. Argentinien feiert seinen „Fußball-Gott“ Messi, ist aber auch in Sorge. Die Mannschaft ist noch von Titelreife weit entfernt. Nur der Superstar rettete Argentinien gegen den Iran vor einer Blamage. Agentur

90 Minuten lang hatte sich Argentinien gegen die No-Name-Truppe aus dem Iran am Samstag gequält, dann erlöste der Weltstar Lionel Messi den Titelanwärter mit seinem Geniestreich zum 1:0-Sieg in der Nachspielzeit. "Wir sind nun qualifiziert für die nächste Runde. Genau das hatten wir uns für heute vorgenommen", sagte Messi, dessen Traumtor Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona im Stadion von Belo Horizonte nicht mehr miterlebte.

Der Weltmeister von 1986 hatte sich schon vorzeitig mit Grauen aus dem Staub gemacht. Dass Verbandspräsident Julio Grondona die vorzeitige Flucht mit einem bissigen Kommentar quittierte, konterte Maradona auf seine Art: Er zeigte dem 83-Jährigen vor laufender Kamera in seiner eigenen TV-Sendung den Stinkefinger und nannte ihn einen "armen Dummkopf".

Messis genialer Moment, in dem er den Ball mit seinem linken Fuß aus 26 Metern vorbei an vier hilflosen gegnerischen Akteuren und dem bis dahin überragenden Keeper Alireza Haghighi ins lange Eck zwirbelte, bewahrte den Favoriten vor einer Blamage und machte den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale perfekt. Eines vermochte aber auch Messi nicht: Den schwachen Eindruck überdecken, den der zweimalige Weltmeister gegen den Außenseiter hinterließ. Titelreife oder Finalform? Noch keine Spur. "Es gab einige Dinge, die uns Sorgen bereitet haben", gab Nationaltrainer Alejandro Sabella zu. "Wir wissen, dass wir noch nicht so spielen wie wir wollen", gab auch Messi selbstkritisch ein. "Wir erreichen noch unser Potenzial", prophezeite er. Gegen Nigeria haben sie am Mittwoch die nächste Chance.

Überraschungsteam Iran , dem gegen Argentinien ein klarer Elfmeter verweigert wurde, trifft am Mittwoch zeitgleich um 18 Uhr auf die bereits ausgeschiedenen Kicker von Bosnien-Herzegowina und darf weiter vom Erreichen des Achtelfinals träumen.