| 22:08 Uhr

Kramny landet auf dem Boden, VfB schaut nach oben

Stuttgart. Daniel Didavi muss sich warm anziehen. Dass der Spielgestalter des VfB Stuttgart seinen Trainer Jürgen Kramny beim Torjubel umgerissen hat, wird nicht ohne Folgen bleiben. "Didavi zahlt eine ordentliche Geldstrafe. sid

Er hat mich in meinem Vorwärtsdrang gebremst, meine Knie sind aufgeschürft, die Hose kann ich wegschmeißen", sagte Kramny - und lachte.

Der Freudenausbruch nach dem Treffer von Neuzugang Artem Krawez (88. Minute) beim 2:1 gegen den Hamburger SV , bei dem Trainer Kramny mit seinem gerade ausgewechselten Ideengeber tollpatschig auf dem Hosenboden landete, könnte für den VfB zu einem Schlüsselmoment werden. "Es wäre ein Drama gewesen, wenn wir unentschieden spielen", sagte Sportvorstand Robin Dutt . Statt mit etlichen vergebenen Chancen zu hadern, statt an die Geister der kurzen Alexander-Zorniger-Ära erinnert zu werden, hatte Stuttgart noch eine späte Antwort und nun mit 21 Punkten den Anschluss an das Mittelfeld der Bundesliga hergestellt. "Wir haben eine Wahnsinns-Mentalität entwickelt, dürfen aber ja nicht nachlässig werden", sagte Kramny, der auch von anderen Zielen als dem Klassenverbleib nichts hören wollte.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass der VfB tatsächlich bald in ruhigeres Fahrwasser gelangt. Reihenweise ausgelassene Gelegenheiten verunsichern das Team ebensowenig wie der Ausgleich von Artjoms Rudnevs (75.). Und der VfB hat in Didavi einen Spieler mit besonderer Qualität, den Kramny auf dem Weg in die Nationalmannschaft sieht. "Er ist sowas von wichtig für uns", sagte Kramny über den 25-Jährigen, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Didavi war maßgeblich am 1:0 beteiligt (66.), das allerdings als Eigentor von Aaron Hunt gewertet wurde.