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Kovac erwartet absolute Hingabe

 Der langjährige Bundesliga-Profi Niko Kovac hat seine erste Trainerstelle in Deutschland – beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Foto: Rumpenhorst/dpa
Der langjährige Bundesliga-Profi Niko Kovac hat seine erste Trainerstelle in Deutschland – beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Foto: Rumpenhorst/dpa FOTO: Rumpenhorst/dpa
Frankfurt. Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat den früheren kroatischen Nationalspieler Niko Kovac als Nachfolger des entlassenen Trainers Armin Veh verpflichtet. Er kommt im Gespann mit Bruder Robert. Sid-Mitarbeiterjan Mies

Niko und Robert Kovac sollen Eintracht Frankfurt vor dem Absturz in die 2. Liga bewahren. Die in der Fußball-Bundesliga bestens bekannten kroatischen Brüder wurden gestern als Nachfolger des geschassten Armin Veh installiert und nahmen ihre "Mission Klassenverbleib" mit reichlich Vorfreude und voller Tatendrang in Angriff.

"Ich bin hierher gekommen, um die Liga zu halten. Da bin ich absolut zuversichtlich", sagte Niko Kovac bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer und richtete gleich einen flammenden Appell an seine Mannschaft: Er komme zwar "nicht mit dem Dampfhammer", aber "ich erwarte absolute Hingabe, Leidenschaft und Disziplin. Der Druck auf die Spieler muss erhöht werden. Jeder spielt auch um seine Existenz."

Kovac war bis September 2015 Nationaltrainer seines Heimatlandes, Bruder Robert (41) assistierte ihm als Co-Trainer und wechselt nun in gleicher Funktion mit nach Frankfurt . "Wir werden vorangehen, werden Vorbild sein", sagte Kovac, der die Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne sichtlich genoss: "Wir wollen den Spielern die Angst nehmen. Nur befreit kann man erfolgreich sein."

Der frühere kroatische Nationalspieler unterschrieb wie sein Bruder einen Vertrag bis 2017, der nur für die Bundesliga gilt. Für den langjährigen Profi von Hertha BSC , Bayer Leverkusen , dem Hamburger SV und Bayern München (241 Spiele/31 Tore) ist es der erste Trainer-Job in Deutschland - und der hat es gleich in sich.

Neun Spieltage vor dem Saisonende schwebt die Eintracht in akuter Abstiegsgefahr. Nach sieben Spielen ohne Sieg sind die Hessen auf den Relegationsplatz abgerutscht und haben zwei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.

Markus Gisdol, Jens Keller, Kosta Runjaic, Jos Luhukay, Mirko Slomka - die Liste der Trainerkandidaten war lang, am Ende machte ausgerechnet der als Vereinstrainer noch unerfahrene Kovac das Rennen. "Wir wollen einen Neubeginn starten", begründete Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen das Votum. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. "Wir haben mit Niko Kovac den Kandidaten genommen, von dem wir glauben, dass er unsere Ziele erreichen wird", sagte der 67-Jährige.

Bruchhagen, der den Tabellen-16. selbst nach der laufenden Saison verlassen wird, weiß: Sein letzter Schuss muss sitzen. Damit seine 13 Jahre in Frankfurt nicht mit dem Abstieg enden, sollte möglichst schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Borussia Mönchengladbach eine Kehrtwende her.