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Fußball
Köpke legt Trapp einen Vereinswechsel nahe

Köln. Der Bundestorwart-Trainer sorgt sich um die Einsatzzeiten des Ex-Lauterers bei Paris Saint-Germain: „Auf Dauer problematisch, wenn er nicht spielt.“

(sid) Bundestorwarttrainer Andreas Köpke legt Kevin Trapp mit Blick auf die Fußball-WM 2018 einen Vereinswechsel nahe. „Die Entscheidung über einen Wechsel muss der Spieler selbst treffen. Wenn er aber gar nicht mehr spielen würde, wäre es schwer, ihn im Sinne des Leistungsprinzips zu nominieren“, sagte Köpke im „Kicker“-Interview.

Trapp, der vor zweieinhalb Jahren für knapp zehn Millionen Euro von Eintracht Frankfurt nach Frankreich wechselte, ist bei Paris Saint-Germain nur noch die Nummer zwei hinter Alphonse Areola. „Es ist klar, dass es auf Dauer problematisch ist, wenn er nicht spielt“, sagte Köpke, „denn die Rückrunde gibt den Ausschlag, wer mit zur WM kommt.“

Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen sind für die Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) gesetzt. „Ter Stegen hat sich im Moment als Nummer zwei etabliert“, sagte Köpke. Der Kampf um Platz drei zwischen Bernd Leno und Trapp sei offen, so Köpke: „Da steht es im Moment fifty-fifty.“ In Lauerstellung liegen zudem Timo Horn, Oliver Baumann und Ralf Fährmann.



Trapp, der von 2005 bis 2012 beim 1. FC Kaiserslautern von Gerry Ehrmann ausgebildet wurde, hatte im Juni in Kopenhagen ein eindrucksvolles Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben, war danach als einziger Spieler im Kader ohne Einsatz beim Confederations Cup geblieben, gehört aber aktuell zum Kader von Bundestrainer Joachim Löw für die beiden Länderspiele am Freitag im Wembleystadion gegen England und am kommenden Dienstag in Köln gegen Frankreich.

Doch gerade nach Lenos recht schwachem Auftritt gegen Aserbaidschan Anfang Oktober in der WM-Qualifikation (5:1) waren die Chancen des gürtigen Saarländers wieder gestiegen. Zumal der Leverkusener schon beim 3:2-Erfolg gegen Australien beim Confed-Cup in Russland eine schlechte Figur gemacht. Schon vor der Saison hatte Leno eingeräumt, dass es seine Position nicht stärken werde, dass er mit Bayer in dieser Saison nicht international vertreten ist – doch jetzt ist sein schärfster Konkurrent auf der Ersatzbank abgetaucht.

Im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ hatte sich Trapp Anfang September über seine Situation geäußert: „Ich habe große Ambitionen, fühle mich sehr wohl und bin weit davon entfernt, mir Gedanken über einen vorzeitigen Abschied zu machen.“ Er wolle in Paris unbedingt spielen: „Es ist ein großes Projekt, das über mehrere Jahre entwickelt wurde.“ Der 27-Jährige hatte 2015 einen Fünfjahresvertrag beim Hauptstadtclub unterschrieben und wurde zuletzt mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht.