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Kölns Sportdirektor Schmadtke akzeptiert „Eierköppe“-Strafe

Frankfurt. Sportdirektor Jörg Schmadtke vom 1. FC Köln bezahlt die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängte Geldstrafe wegen unsportlichen Verhaltens. Er verzichte auf eine Berufung, erklärte Schmadtke gestern. sid/dpa

"Ich tue das, weil ich Schaden vom 1. FC Köln, meinem Club, abwenden und keine Belastung für die Mannschaft und das Trainerteam darstellen möchte, indem sich dieses überflüssige Verfahren über weitere Monate hinzieht." Der frühere Bundesliga-Profi hatte nach DFB-Angaben in der Halbzeit des Punktspiels der Kölner bei Werder Bremen am 12. Dezember 2015 (1:1) dem Schiedsrichtergespann um Guido Winkmann (Kerken) sinngemäß zugerufen: "Ihr Eierköppe werdet von Woche zu Woche schlechter". Dafür muss Schmadtke nun 6000 Euro zahlte.

Der 51-Jährige sparte aber nicht mit deutlicher Kritik. "Auch wenn dieses Argument jede weitere Diskussion im Keim erstickt, verstehe und akzeptiere ich die Haltung des Gerichts, dass ein Freispruch einen Präzedenzfall geschaffen hätte", sagte Schmadtke. "Das Strafmaß ist für mich allerdings völlig überzogen."

Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz hatte bei seiner Urteilsbegründung gesagt: "Wir dürfen nicht nur den Einzelfall sehen. Wir müssen immer die Wirkung für alle vergleichbaren Fälle berücksichtigen. Es steht völlig außer Frage, dass Herr Schmadtke ein untadeliger Sportsmann ist. Von uns aus hätte niemand etwas dagegen, wenn die Schiedsrichter sowas überhören. Aber wenn es gemeldet ist, müssen wir ran - ob wir wollen oder nicht. Die 6000 Euro sind an der unteren Grenze."

FC-Präsident Werner Spinner bewertete das Vorgehen des DFB-Kontrollausschusses trotzdem als "stillos" und "weltfremd".