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Premier League
Klopp und Pep siegen hoch — und stapeln tief

Köln/London. Mit hohen Siegen haben Champions-League-Gewinner FC Liverpool und Meister Manchester City die Saison in der englischen Premier-League standesgemäß begonnen. Die Freude hielt sich bei Jürgen Klopp und Pep Guardiola aber in Grenzen.

Zwischen Jürgen Klopp und Pep Guardiola ist ein weiterer Wettbewerb entbrannt: Jammern auf höchstem Niveau. „Es gibt viel Raum für Verbesserung, das wissen wir“, sagte Teammanager Klopp trotz des 4:1 von Champions-League-Gewinner FC Liverpool zum Saisonstart der englischen Premier League gegen Aufsteiger Norwich City. Am Tag danach zog Pep Guardiola nach dem 5:0-Kantersieg von Meister Manchester City bei West Ham United eindrucksvoll nach. Die erste Halbzeit hatte Pep nicht geschmeckt: „Da war das Team auf keinem guten Level.“

Aussagen, die ihrer ohnehin schon zurückhaltenden Konkurrenz zusätzlich Sorgen bereiten dürften. Weder Liverpool noch City geriet ernsthaft in Gefahr. Klopps Reds legten gegen das von Daniel Farke trainierte Norwich City los wie die Feuerwehr, die Offensivmaschine lief wie geschmiert. Nach einem Eigentor von Norwich-Verteidiger Grant Hanley (7.) sorgte Superstar Mohamed Salah (19.) für das 2:0. Virgil van Dijk (28.) nach Ecke von Salah und Champions-League-Held Divock Origi (42.) machten frühzeitig alles klar.

In der zweiten Halbzeit erzielte der frühere Schalker Teemu Pukki (64.) den Ehrentreffer für die Kanarienvögel, nachdem Liverpool zuvor noch weitere Großchancen vergeben hatte. „Wir hätten das Spiel dann mehr kontrollieren müssen. Es wurde zwar nicht mehr gefährlich, aber wir mussten eine Menge tun“, sagte Klopp.



Sorgen bereitete Klopp die Verletzung von Stammtorhüter Alisson Ramses Becker, kurz Alisson genannt. „Es ist die Wade. Er wird die nächsten beiden Spiele sicher nicht dabei sein“, sagte Klopp. Nächstes Spiel ist am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky und DAZN) der UEFA-Supercup gegen Europa-League-Sieger FC Chelsea, am Sonntag folgt das Auswärtsspiel beim FC Southampton mit dem früheren RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl.

Der brasilianische Nationalkeeper ging in der 39. Minute plötzlich zu Boden. „Es war wie ein Schlag in die Wade. Er dachte zuerst, irgendwas hätte ihn hinten getroffen“, schilderte Klopp die Situation. Für Alisson kam der erst am Montag von West Ham verpflichtete Spanier Adrian (32) ins Spiel.

Die Fans der Reds hoffen auf den ersten Meistertitel seit 30 Jahren. Zuletzt hatte Liverpool 1990 den Titel geholt. Verändert hat sich die Mannschaft kaum, Klopp hatte auf namhafte Neuzugänge verzichtet. Neun Spieler standen am Freitagabend auf dem Platz, die auch das Finale der Champions League gewonnen hatten. „Niemand holt Spieler, um nur auf dem Markt aktiv zu sein. Das ergibt keinen Sinn“, hatte Klopp erklärt.

Anders die Transferpolitik von Pep Guardiola. Der Spanier lockte sieben Neue nach Manchester, darunter für die Klub-Rekordsumme von gut 67 Millionen Euro den Spanier Rodri von Atletico Madrid. Dem 23-Jährigen glückte ein überzeugender Einstand, seine Leistung wurde aber von einem Mitspieler überstrahlt. Mit drei Treffern in Halbzeit zwei drückte Nationalspieler Raheem Sterling der Partie seinen Stempel auf. „Ich kenne seine Qualitäten, seine Beharrlichkeit, seine Körperlichkeit, seinen Abschluss“, lobte Guardiola.

Der frühere englische Nationalspieler Alan Shearer zeigte sich beeindruckt von Sterlings Entwicklung: „Wenn er mittlerweile in einer guten Position ist, wunderst du dich, wenn er mal nicht trifft.“ Gabriel Jesus hatte den Torreigen der Citizens eröffnet (25.), neben Sterling (51., 75., 90.+1) traf zudem noch Sergio Agüero (86., Foulelfmeter).