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Leichtathletik/Marathon
Kipchoge jagt wieder den Heiligen Lauf-Gral

 Eliud Kipchoge ist der wohl beste Marathonläufer der Geschichte.
Eliud Kipchoge ist der wohl beste Marathonläufer der Geschichte. FOTO: dpa / Herbert Neubauer
Wien. Kenianer peilt in Wien Marathon unter zwei Stunden an. sid

Die Strecke im Wiener Prater wurde extra neu asphaltiert, bei beiden Wendepunkten eine kleine Steilkurve eingebaut, ein Elektroauto mit programmierter Geschwindigkeit und 41 Topläufer sollen für das richtige Tempo sorgen. Alles für Eliud Kipchoge. Sein Ziel? Als erster Mensch einen Marathon unter zwei Stunden rennen. „Selbstverständlich ist der Druck da, aber ich versuche ruhig zu bleiben“, sagte Kipchoge am Donnerstag in Wien: „Es ist ein großes Rennen.“

Es gehe darum, Geschichte zu schreiben, sagt der Kenianer vor seiner Mission am Samstag: „Als Erster einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen – das wäre wie die Mondlandung. Es geht darum, ein Vermächtnis im Sport zu hinterlassen.“ Für Kipchoges zweiten Angriff auf die Schallmauer über die klassischen 42,195 Kilometer wurde jedes noch so kleine Detail geplant. 422 Mal nacheinander 100 Meter in etwa 17 Sekunden laufen – das Vorhaben klingt verrückt. Doch Kipchoge ist von seinem Vorhaben überzeugt: „Alle Grenzen sind im Kopf. Ich möchte die Grenzen im Kopf verschieben.“ Dennoch werde „jeder einzelne Kilometer kritisch sein, und ich gehe mit der notwendigen Demut an das Rennen heran“. Vor zweieinhalb Jahren hetzte Kipchoge auf der Formel-1-Rennstrecke in Monza unter Ausschluss der Öffentlichkeit schon einmal dem Heiligen Lauf-Gral hinterher und scheiterte nach 2:00:25 Stunden knapp. Diesmal sieht sich der Familienvater aber besser vorbereitet.

Kipchoge soll nun im weltberühmten Wiener Prater zu großer Form auflaufen. Um 8.15 Uhr am Samstag fällt der Startschuss – diese Anfangszeit gaben die Veranstalter mit Blick auf die Wetterdaten am Freitag bekannt. Wie damals in Monza wird auch das Rennen in Wien unter Laborbedingungen ausgetragen, die Zeit würde nicht als Weltrekord anerkannt – aber den besitzt Rio-Olympiasieger Kipchoge in 2:01:39 Stunden eh schon.