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Finanzskandal beim Landessportverband
Kein Auftritt von Hans im Innenausschuss

 Der Mann, über den alle reden: Der freigestellte LSVS-Geschäftsführer Paul Hans.
Der Mann, über den alle reden: Der freigestellte LSVS-Geschäftsführer Paul Hans. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der Anwalt des freigestellten LSVS-Hauptgeschäftsführers kritisiert das Präsidium des Landessportverbandes. Von Tobias Fuchs und Nora Ernst

(fu) Paul Hans bleibt das Phantom im Finanzskandal beim Landessportverband für das Saarland (LSVS). Die Landtagsfraktion der Linken hatte den freigestellten LSVS-Hauptgeschäftsführer zu einer öffentlichen Anhörung eingeladen. Gestern sagte Hans-Jürgen Gebhardt, der Anwalt von Hans, „vorerst“ ab. Sein Mandant liege im Krankenhaus. Sein Arbeitgeber wirft Hans vor, das Haushaltsloch beim Dachverband des Saarsports verschleiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Haushaltsuntreue. Am vergangenen Freitag bezog Anwalt Gebhardt gegenüber der Behörde schriftlich Stellung. Was er sagt, könnte auch das LSVS-Präsidium in Bedrängnis bringen. Noch immer steht die Frage nach seiner Verantwortung im Raum. Gebhardt zufolge soll die Führung um LSVS-Präsident Klaus Meiser den Wirtschaftsplan der Hermann-Neuberger-Sportschule gekannt haben. Ein „systematischer Planungsfehler“ in diesem Zahlenwerk war laut LSVS die Ursache für ein Defizit, das sich auf mutmaßlich fünf Millionen Euro summierte. „Für mich ist klar, dass ein Planungsfehler vorlag“, meint Gebhardt. Er habe den Eindruck, dass sein Mandant überfordert gewesen sei. Hans soll einen jährlichen Zuschuss der Sportplanungskommission in Höhe von 550 000 Euro doppelt als Einnahme verbucht haben: im Wirtschaftsplan der Sportschule, aber auch im Gesamthaushalt des LSVS. „Paul Hans hat dieses System 2009 vorgefunden“, sagt Gebhardt. Die Führungsriege behauptet, der Planungsfehler sei schwer zu finden gewesen. Gebhardt widerspricht: „Ich habe den Fehler ohne Wirtschaftsstudium entdeckt, ohne jede Anleitung.“