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Eishockey
Kampf um den DEL-Meisterpokal

Die Mannheimer Adler, hier im Traditionstrikot, gehen nicht als Favorit in die Playoffs. Stürmer Phil Hungerecker (Mitte) wurde zum besten Nachwuchsspieler der Saison gewählt – zum „Rookie des Jahres“.
Die Mannheimer Adler, hier im Traditionstrikot, gehen nicht als Favorit in die Playoffs. Stürmer Phil Hungerecker (Mitte) wurde zum besten Nachwuchsspieler der Saison gewählt – zum „Rookie des Jahres“. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Köln. Fast alle Silber-Helden von Pyeongchang stehen auf dem Eis. Die besten Chancen haben die Sieben von Titelverteidiger München.

(sid) 17 Tage nach dem Final-Drama von Pyeongchang machen die Olympiahelden Jagd auf noch mehr Silber. Bis auf den verletzten Wolfsburger Gerrit Fauser kämpfen ab Mittwoch alle Sensationszweiten von Südkorea um den Meisterpokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL) – nach dem gemeinsamen historischen Erfolg nun wieder gegeneinander. „In den Playoffs kennt man keine Freunde mehr“, sagte Mittelstürmer Dominik Kahun vom Titelverteidiger Red Bull München.

Der 22-Jährige, nach seinen herausragenden Leistungen in Pyeongchang in den Fokus der US-Profi-Liga NHL gerückt, hat mit den anderen sechs Münchner Silbermedaillen-Gewinnern die besten Chancen auf den Pott. „Wir haben uns großes Selbstvertrauen geholt. Das wollen wir mitnehmen“, erklärte Kahun vor dem Viertelfinalstart an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) gegen den krassen Außenseiter Fischtown Pinguins Bremerhaven.

Nach den Titelgewinnen in den vergangenen beiden Jahren und dem erneuten ersten Platz in der Hauptrunde sind die Rollen im Kampf um die 98. deutsche Eishockey-Meisterschaft klar verteilt. „Wir sind Favorit“, sagte Kahun, „aber es fühlt sich immer schwerer und schwerer an. Denn die Gegner geben gegen uns nicht 100, sondern 150 Prozent.“



Für einen Titel-Hattrick der Münchner, die seit dem Viertelfinal-Aus 2015 keine Playoff-Serie mehr verloren haben, spricht vieles: Sie stellten nicht nur das größte Kontingent in Pyeongchang, sondern bieten mit dem höchsten Etat der Liga (12,5 Millionen Euro) auch neben den Olympiahelden Exquisites auf und nebem dem Eis: Topscorer Keith Aucoin wurde gerade erst als Spieler des Jahres ausgezeichnet, Ex-Nationalspieler Michael Wolf hat auch mit 37 Jahren seine Torjägerqualitäten noch nicht eingebüßt und ist dem Nürnberger DEL-Rekordtorschützen Patrick Reimer mit nur einem Treffer Rückstand auf den Fersen. Und an der Bande steht der erfolgreichste Trainer der DEL-Geschichte: Don Jackson strebt seinen achten Titel an.

„Sie sind eingespielt, gut gecoacht und haben in den letzten Jahren viel Erfahrung gesammelt“, sagte Bundestrainer Marco Sturm: „Es muss einfach alles passen, um München zu schlagen.“ Die aussichtsreichsten Herausforderer sind DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin und der Hauptrundendritte Nürnberg Ice Tigers – beide mit jeweils drei Pyeongchang-Helden. Sie könnten beide erst im Finale auf München treffen.

„Wir wollen den nächsten Schritt machen und im Finale stehen“, sagte Nürnbergs Torjäger Reimer. In den vergangenen beiden Jahren scheiterten die „Eistiger“ jeweils im Halbfinale, jetzt soll es eine Runde weiter gehen. „Gegen München – das wäre mein Traumfinale“, verriet Olympia-Stürmer Yasin Ehliz: „Wir haben das Zeug dazu.“ Allerdings wartet bereits im Viertelfinale ein dicker Brocken. Der achtmalige Meister Kölner Haie mit dem Fahnenträger Christian Ehrhoff und zwei weiteren Olympiahelden will nach 16 Jahren endlich wieder den Titel gewinnen.

Die Eisbären bekommen es in der ersten Runde schon mit dem – allerdings stark ersatzgeschwächten - Vizemeister Grizzlys Wolfsburg um Verteidiger Björn Krupp zu tun. Im vierten Viertelfinale stehen sich sieben Silbermedaillengewinner gegenüber: sechs bei Adler Mannheim mit Nationalmannschaftskapitän Marcel Goc und Torhüter Timo Pielmeier beim ERC Ingolstadt. Unterdessen wurde Adler-Stürmer Phil Hungerecker anlässlich der traditionell nach der Hauptrunde stattfindenden DEL-Gala zum „Rookie des Jahres“ gewählt. Der 23-Jährige erzielte als Liga-Neuling bisher 17 Tore und gilt als Entdeckung der Saison.