| 23:35 Uhr

Dritte Liga
Kaiserslautern verpasst Trendwende

Blicke sagen mehr als tausend Worte: Kaiserslauterns Jan Löhmannsröben (rechts) und Florian Pick verlassen nach dem 0:0 gegen Karlsruhe enttäuscht den Rasen des Fritz-Walter-Stadions.
Blicke sagen mehr als tausend Worte: Kaiserslauterns Jan Löhmannsröben (rechts) und Florian Pick verlassen nach dem 0:0 gegen Karlsruhe enttäuscht den Rasen des Fritz-Walter-Stadions. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Es läuft einfach nicht rund beim Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern. Statt der erhofften Trendwende gibt es gegen Karlsruhe nur einen glücklichen Punkt. Zu wenig für die hohen Ansprüche in der Pfalz, wo die Unruhe zunimmt.

(dpa) Nach der Nullnummer im Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC wurden die Profis des 1. FC Kaiserslautern mit Pfiffen verabschiedet. Das dritte sieglose Spiel nacheinander in der 3. Fußball-Liga hat die Stimmung am Betzenberg endgültig kippen lassen. Die Pfälzer stehen bei der angestrebten Rückkehr in die Zweite Liga schon früh in der Saison unter Zugzwang. „Wir müssen anfangen, dreifach zu punkten“, redete Kaiserslauterns Trainer Michael Frontzeck Klartext.

Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze beträgt bereits sechs Zähler. Das Remis im insgesamt 60. Duell mit dem Südwest-Rivalen aus Karlsruhe war daher zu wenig. „Mit der Art und Weise des Auftritts kann ich leben, mit dem Ergebnis nicht“, sagte Frontzeck.

Im Vergleich zu den desolaten Vorstellungen in Halle und im DFB-Pokal gegen Hoffenheim präsentierten sich die Roten Teufel leicht verbessert – mehr aber auch nicht. Der KSC war dem Sieg in den 90 Minuten, in denen zu keiner Zeit wirkliche Derby-Atmosphäre aufkam, deutlich näher.



Einzig ihrem aus Karlsruhe stammenden Torwart Jan-Ole Sievers hatten es die Hausherren vor 27 343 Zuschauern zu verdanken, dass sie nicht ganz leer ausgingen. „Wir haben erneut viel investiert, doch es kam wieder nicht viel dabei rum. Wir haben eine Blockade und schaffen es einfach nicht, die Spiele durchzubringen“, übte FCK-Stürmer Julius Biada Selbstkritik.

Im badischen Lager gab man sich mit dem Auswärtszähler durchaus zufrieden. „Ich denke, dass wir diesen Punkt mehr als verdient haben. Die Mannschaft hat heute gefightet. Wir sind auf einem guten Weg, den wir auch weiter so bestreiten müssen“, erklärte KSC-Coach Alois Schwartz nach der Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte.

Für die Roten Teufel wird es nun ernst. Fünf Punkte aus fünf Spielen sind für die Ansprüche des viermaligen deutschen Meisters definitiv zu wenig. Die Defizite im Spiel nach vorne wurden auch am Samstag wieder deutlich. Es fehlt ein Bindeglied zwischen dem Mittelfeld und den Angreifern. Nun droht auch noch Torjäger Lukas Spalvis mit einer Knieverletzung länger auszufallen. Ein Verlust, der angesichts des dünn besetzten Kaders kaum zu kompensieren wäre.

Dennoch ist ein Sieg beim FSV Zwickau am kommenden Sonntag Pflicht. Ansonsten dürften die Unruhe im Umfeld und der Druck auf den Trainer in der folgenden Länderspielpause noch zunehmen. Die zunehmende Kritik an seiner Person geht schon jetzt nicht spurlos an FCK-Trainer Michael Frontzeck vorbei.

(dpa)