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3.Liga
Kaiserslautern droht jetzt der Abstiegskampf

 Déjà-vu für Kaiserslauterns Trainer Sascha Hildmann. Bei Fortuna Köln verspielten die Roten Teufel mal wieder drei Punkte.
Déjà-vu für Kaiserslauterns Trainer Sascha Hildmann. Bei Fortuna Köln verspielten die Roten Teufel mal wieder drei Punkte. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern/Köln. Und wieder eine Führung verspielt: Der 1. FC Kaiserslautern kommt in der 3. Liga einfach nicht voran – und muss sich jetzt gegen zwei Abstiegskandidaten beweisen. Im Spitzenspiel besiegte der Karlsruher SC Tabellenführer Osnabrück knapp mit 2:1.

Die Ernüchterung ist wieder einmal groß beim 1. FC Kaiserslautern. Der Traditionsclub verspielte am Samstag bei Fortuna Köln erneut eine Führung in der 3. Fußball-Liga. Beim 2:2 (1:2) ließen sich die Pfälzer wie schon zuvor beim 1:1 gegen Zwickau in der Schlussphase den Sieg noch nehmen. Nach nur einem Erfolg aus den vergangenen fünf Partien droht dem FCK im Saisonfinale sogar noch der Abstiegskampf.
„Wir wollten uns nach der Pause etwas zurückziehen und kompakter stehen. Unsere Umschaltsituationen haben wir dann aber schlecht ausgespielt“, bemängelte Trainer Sascha Hildmann. Für ihren Verwaltungsmodus wurden die Gäste bestraft: Bereits zum sechsten Mal in der laufenden Spielzeit ließ sich Lautern eine Führung in den letzten 20 Minuten entreißen.

Dabei sah es anfangs noch gut aus: Hamdi Dahmani (13. Minute) hatte die Fortunen vor 8379 Zuschauern zwar in Führung gebracht, doch Christian Kühlwetter (16.) und Hendrick Zuck (27./Foulelfmeter) drehten die Partie. Das Einstellen jeglicher Offensivbemühungen bei den Roten Teufeln bestrafte Dahmani (76.) mit seinem zweiten Treffer.

Fußballerisch blieben beide Teams in der von Kampf und Unzulänglichkeiten geprägten Begegnung insbesondere nach der Pause einiges schuldig. „Wir haben es einfach nicht so gut gemacht, dass wir einen Sieg verdient gehabt hätten“, sagte Mittelfeldspieler Carlo Sickinger.



Die in der Winterpause ausgerufene Aufholjagd in Richtung der Aufstiegsplätze ist längst verstummt. Der Zweitliga-Absteiger des vergangenen Jahres muss sogar aufpassen, um nicht erneut in den Kampf um den Klassenerhalt abzurutschen. Die anstehenden beiden Spiele dürften die Richtung angeben, die der viermalige deutsche Meister einschlägt: Am kommenden Sonntag kommt zunächst Carl Zeiss Jena auf den Betzenberg, drei Tage später dann Eintracht Braunschweig. Beide stehen zurzeit auf einem Abstiegsplatz.

Der Karlsruher SC hat einen Big Point in der 3. Fußball-Liga gemacht. Im Spitzenspiel gegen Tabellenführer VfL Osnabrück setzten sich die Badener 2:1 durch. Alois Schwartz war stolz auf seine Spieler. „Wir haben mit Leidenschaft gespielt und es richtig gut gemacht“, resümierte der Coach des Karlsruher SC nach dem Sieg.

Abwehrrecke Daniel Gordon (85.) brachte den wichtigen Dreier im Aufstiegsrennen mit robustem Körpereinsatz gegen Konstantin Engel und seinem Kopfballtor unter Dach und Fach. Engel kam im Zweikampf zu Fall, aber Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) erkannte den Treffer an. Der Jubel der KSC-Fans unter den 13.739 Zuschauern kannte keine Grenzen.

„Das fühlt sich super an. Die letzte Spiele waren nicht unser Gesicht, heute haben wir definitiv unser wahres Gesicht gezeigt“, kommentierte Matchwinner Gordon, der auch an einem weiteren Aufreger im Spiel beteiligt gewesen war, bei Magenta Sport. In der vierten Minute der Nachspielzeit des Drittliga-Hits kochten die Emotionen nochmals hoch, als Gordon mit letztem Einsatz nach einem Schuss von Marcos Alvarez den Ball von der Torlinie des KSC kratzte und der Unparteiische die Partie weiterlaufen ließ. Selbst die TV-Bilder konnten nicht einwandfrei klären, ob die Rettungstat von Gordon nicht doch komplett hinter der Torlinie erfolgte.

Marvin Pourie (48.) hatte per herrlichem Seitfallzieher zum Führungstor für den KSC getroffen, Engel (66.) glich für Osnabrück aus, obwohl der Ex-Bundesligist aus Karlsruhe das Spiel fast nach Belieben dominiert hatte. Dann erlöste Gordon die Gastgeber.

„Ich wollte in dieser Saison eigentlich keiner Mannschaft zweimal gratulieren. Nun muss ich es doch tun“, äußerte VfL-Coach Daniel Thioune. Schon in der Hinserie hatte sein Team 0:1 gegen die Badener verloren. Die Norddeutschen (51 Zähler) haben damit nur noch drei Punkte Vorsprung auf den KSC.

Bereits am Freitag hatte sich die Krise bei Aufsteiger KFC Uerdingen weiter verschärft. Der selbsternannte Aufstiegsaspirant kassierte zum Auftakt des 26. Spieltages eine 0:4 (0:3)-Pleite beim direkten Konkurrenten Hallescher FC und wartet seit insgesamt sieben Runden und vier Spielen unter seinem neuen Trainer Norbert Meier auf einen Sieg. Halle ist drei Punkte hinter Karlsruhe Tabellendritter.

(dpa)