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| 20:30 Uhr

Jubel nach kurzer Wartezeit

Pauline Schäfer zeigte am Schwebebalken einmal mehr ihre Weltklasse – und half mit, dass sich die deutschen Turnerinnen für den Mannschafts-Wettbewerb bei Olympia qualifizierten. Foto: Oliveira/dpa
Pauline Schäfer zeigte am Schwebebalken einmal mehr ihre Weltklasse – und half mit, dass sich die deutschen Turnerinnen für den Mannschafts-Wettbewerb bei Olympia qualifizierten. Foto: Oliveira/dpa FOTO: Oliveira/dpa
Rio de Janeiro. Nach einem desaströsen Start haben die deutschen Turnerinnen in Rio die Olympia-Tickets für die Spiele im August gebucht. Damit erreichten die Deutschen das maximale Kontingent. dpa-MitarbeiterNils Bohl

Auf das Endergebnis mussten die deutschen Turnerinnen wegen eines Stromausfalls in der Olympic Arena bis in den späten Abend warten. Alle drei Generatoren hatten in der Hitze von Rio de Janeiro den Geist aufgegeben. Dem Jubel der Deutschen tat die Panne aber keinen Abbruch. Mit 223,977 Punkten war nach einigem Auf und Ab schließlich souverän die Qualifikation für die Olympischen Spiele erreicht. Hinter Gastgeber Brasilien (226,477) belegten die Deutschen Platz zwei. Als Dritter und Vierter lösten Belgien (221,438) und Frankreich (220,869) ebenfalls die Tickets.

Die WM-Dritte Pauline Schäfer wischte sich verstohlen eine Träne von der Wange, auch Cheftrainerin Ulla Koch atmete erst einmal tief durch. "Am Balken dachte ich nur: Nicht noch einmal. Nicht noch einmal so etwas wie in Glasgow", sagte sie. Bei der WM hatte die deutsche Riege im Oktober am "Zitter-Balken" mit einer Sturzserie die erhoffte direkte Qualifikation verpasst. "Wir haben alle so viel aus Glasgow gelernt. Wir haben besser trainiert, wir hatten hohe Stabilität, das Team hat viel mehr gekämpft", erklärte Koch: "Alles das, was wir an negativen Sachen aufgearbeitet haben, hat heute wunderbar geklappt."

Dabei erwischten die Deutschen auch beim Olympic Test Event in der Nacht zu Montag am Schwebebalken einen holprigen Start. Die Karlsruherin Pauline Tratz musste gleich zwei Mal von dem futuristisch anmutenden Gerät, das wie in den gelb-grünen Nationalfarben des Gastgebers gehaltenen war. Sophie Scheder ging es nicht viel besser.

"Es war die Nervosität", räumte Tratz ein. Danach habe sie aber versucht, "das alles abzuhaken und weiter mit dem Team dabei zu sein". Das beste deutsche Mehrkampfergebnis lieferte überraschend nicht eine von Kochs etablierten Turnerinnen ab, sondern mit 55,998 Punkten Tabea Alt aus Ludwigsburg. "Wichtig war nur, dem Team zu helfen. Ich habe sogar ein paar Schwierigkeiten rausgenommen", sagte die 16-Jährige.

Hingegen unterstrichen Elisabeth Seitz (15,166) und Sophie Scheder (15,000) mit den Höchstnoten am Stufenbarren ihre Anwartschaft auf einen Finaleinzug bei den Olympischen Spielen. Auch Pauline Schäfer (Balken) und Leah Grießer (Boden) schafften den Sprung in die Medaillenkämpfe des Test Events in der Nacht zu heute. Schäfer gelangen in ihrer Paradedisziplin sehr gute 14,500 Punkte. Damit unterstrich sie, dass nach der WM-Bronzemedaille in Glasgow auch im August mit ihr zu rechnen sein wird.

Kochs größtes Lob galt aber den Nachwuchsturnerinnen. "Ich fand toll, wie die Jungen mit Verantwortung übernommen haben. Das haben sie grandios gemacht", befand sie. "Dass Leah Grießer zwei brillante Übungen turnt und Tabea Alt mit ihren gesundheitlichen Problemen das beste Ergebnis erreicht - großer Respekt, wie die Mädels gekämpft haben."

Welche Stimmung in der beim Testevent oft nur spärlich gefüllten, rund 15 000 Zuschauer fassenden Olympic Arena im August herrschen könnte, zeigte sich beim Auftritt der Gastgeberinnen. Die Fans peitschten sie begeistert zu Höchstleistungen. Trauer herrschte derweil beim einstigen Seriensieger Rumänien, der als Vorletzter überraschend scheiterte.