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Champions League
In der Europa League geht’s weiter

 Für Timo Werner und Leipzig geht es in der Europa League weiter.
Für Timo Werner und Leipzig geht es in der Europa League weiter. FOTO: dpa / Jan Woitas
Madrid/Leipzig. Nach der 1:2-Niederlage gegen Besiktas und dem Sieg des FC Porto gegen Monaco hat es für RB Leipzig nicht gereicht zum Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse. Das gilt auch für Borussia Dortmund nach dem 2:3 bei Real Madrid.

(sid) RB Leipzig bleibt nur der Trostpreis Europa League, in der auch Borussia Dortmund dank Schützenhilfe international überwintern darf. Leipzig verlor zum Abschluss der Debütsaison in der Champions League gegen Besiktas Istanbul 1:2 (0:1), der BVB unterlag bei Titelverteidiger Real Madrid nach einer achtbaren Leistung 2:3 (1:2). Damit schaffte aus der Bundesliga nur Meister Bayern München den Einzug ins Achtelfinale.

DFB-Pokalsieger Dortmund gelang ein „Kunststück“, das es zuvor noch nie gegeben hatte: Mit nur zwei Punkten aus sechs Spielen qualifizierte sich das Team von Trainer Peter Bosz als Gruppendritter für die Europa League. Dortmund profitierte vom 3:0 (2:0) des englischen Spitzenteams Tottenham Hotspur gegen Apoel Nikosia, konnte sich jedoch nicht aus der Krise befreien. In den letzten zwölf Pflichtspielen hat der BVB nur im DFB-Pokal gegen den Drittligisten 1. FC Magdeburg gewonnen. Wie Dortmund hatte auch Leipzig auf Schützenhilfe gehofft, allerdings gab sich der FC Porto im Duell mit AS Monaco beim 5:2 (3:0) keine Blöße. So hätte auch ein Sieg der Sachsen nicht für die K.o.-Runde gereicht. Alvaro Negredo erzielte per Foulelfmeter in der zehnten Minute die Gästeführung, Naby Keita (87.) glich in Unterzahl aus. Stefan Ilsanker hatte wegen wiederholten Foulspiels (82.) die Gelb-Rote Karte gesehen. Kurz vor Schluss traf Talisca (90.) zum Besiktas-Sieg.

Der BVB kämpfte sich in Madrid nach einem katastrophalen Start zurück ins Spiel. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (43./48.) egalisierte die Real-Führung durch den Ex-Wolfsburger Borja Mayoral (8.) und Weltfußballer Cristiano Ronaldo (12.), der als erster Spieler in der Geschichte der Champions League in allen sechs Vorrundenspielen traf. Real war mit einer B-Elf angetreten, gespickt jedoch mit Hochkarätern.



Einer davon, Isco, ließ mit einer geschickten Drehung vor dem 1:0 Marc Bartra und Marcel Schmelzer schlecht aussehen, Mayoral schob ein. Gegen Ronaldos Weltklasse-Schlenzer war kurz danach nichts zu machen. Der BVB blieb jedoch im Spiel und überzeugte offensiv mit sehenswerten Kombinationen. Er zeigte die lange vermisste Leidenschaft und war, das ist selten, in der zweiten Halbzeit besser als in der ersten. Eine derart präzise Flanke wie vor dem Anschlusstreffer auf Aubameyang ist Schmelzer zudem in seiner Karriere selten gelungen. Julian Weigl, von Bosz zunächst auf die Bank verbannt, sollte nach einer guten Stunde noch mehr Struktur in den Aufbau bringen.

Real hingegen wechselte weitere Spieler aus der zweiten Reihe ein. Das Niveau sank, bis Subotic in höchster Not vor Sergio Ramos rettete (75.). Vazquez traf zum Sieg für die Hausherren.

In Leipzig waren die Gastgeber drückend überlegen, doch vor dem Tor katastrophal. In der 10. Minute gab es nach einem Konter Strafstoß für die Türken, Willi Orban hatte Jerain Lens im Strafraum bei einer Grätsche ein wenig unglücklich zu Fall gebracht. An der Einstellung der Leipziger änderte der Rückstand nichts, im Gegenteil: RB reagierte mit wütenden Angriffen. Den Schwung aus der ersten Halbzeit übertrug RB nahtlos in den zweiten Durchgang. Keita traf kurz vor dem Spielende. Zum Punktgewinn reichte es dennoch nicht.