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In den Spuren von Magdalena Neuner

Hochfilzen. Den Vergleich mit Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner mögen sie überhaupt nicht. Doch er kommt unweigerlich. Mit Laura Dahlmeier und Franziska Preuß sorgen zwei Nachwuchs-Hoffnungen im Biathlon für Furore. dpa/sid

Vor einem Jahr kannte Laura Dahlmeier und Franziska Preuß noch kaum jemand. Doch innerhalb kurzer Zeit sind die beiden zu großen Nachwuchshoffnungen im deutschen Biathlon-Lager aufgestiegen. Warum der dreifachen Junioren-Weltmeisterin Dahlmeier nicht nur die Trainer eine goldene Zukunft prophezeien, zeigte sie zuletzt beim Weltcup in Hochfilzen. Sie war beste Deutsche im Sprint und erfüllte die Olympia-Norm. Auf der verantwortungsvollen Position der Schlussläuferin führte sie die deutsche Staffel auf Platz zwei. Auch heute beim Weltcup im französischen Annecy-Le Grand Bornand (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) will sie als Schlussläuferin wieder aufs Podium. "Sie bleibt unter höchsten mentalen Anforderungen ruhig und kontrolliert", schwärmte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig von Dahlmeier. "Wir werden noch viel Freude an ihr haben."

An ihr und an der 19-jährigen Franziska Preuß. Denn auch die Startläuferin der Staffel hat die Olympia-Norm bereits erfüllt. Erstmals sind Dahlmeier und sie in dieser Saison von Anfang an im Weltcup unterwegs. Noch vor einem Jahr lief Preuß, die aus Haag in Oberbayern stammt, im drittklassigen Deutschlandpokal. Ihre Freundin, die Partenkirchnerin Dahlmeier, durfte immerhin schon erste Erfahrungen im Weltcup sammeln.

Dahlmeier und Preuß lachen viel, mit dem Druck gehen sie überraschend locker um. "Das erstaunt uns auch, wir sind mit beiden sehr zufrieden. Und das nicht nur, weil sie schon die Olympia-Norm erfüllt haben", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Die sehr wichtige Rolle als Schlussläuferin, die sie auch bei den Winterspielen in Sotschi (7. bis 23. Februar) bekleiden könnte, schreckt Dahlmeier dabei nicht ab - im Gegenteil. "Ich bin bis jetzt fast jede Staffel am Schluss gelaufen, auch im Nachwuchsbereich", sagt sie.

Unweigerlich werden schon jetzt Vergleiche zwischen den beiden Talenten und Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner angestellt. "Aber man darf so etwas nicht zu sehr an sich heranlassen", sagt Dahlmeier: "Man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren." Die zurückgetretene Neuner hatte mit 21 Jahren erstmals den Gesamtweltcup gewonnen, davon sind Dahlmeier und Preuß noch ein ganzes Stück entfernt. Doch allein schon das Olympiaticket in der Tasche zu haben, ist mehr, als sie zu träumen gewagt haben.