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Im Panik-Modus

Barcelona. Der spanische Topclub FC Barcelona droht im Saison-Endspurt alles zu verspielen. Auch das 500. Tor von Lionel Messi konnte eine weitere Niederlage nicht verhindern. Die Mannschaft steckt in einer ungewohnten Krise. sid

In der Liga den sicher scheinenden Vorsprung verspielt, in der Champions League im Viertelfinale ausgeschieden: Der FC Barcelona droht innerhalb von nur wenigen Wochen, die gesamte Saison aus der Hand zu geben. "Barcelona im Panik-Modus", schrieb die spanische Sporttageszeitung "Marca" nach dem 1:2 am Sonntagabend gegen den FC Valencia um Weltmeister Shkodran Mustafi .

Erstmals seit 13 Jahren hat Barca drei Mal in Folge in der Liga verloren, der Titelkampf ist wieder zu einem Dreikampf geworden. Atletico Madrid ist inzwischen punktgleich, Erzrivale Real Madrid einen Zähler dahinter. Nur aufgrund des direkten Vergleichs liegen die Katalanen noch an der Tabellenspitze. Selbst das 500. Pflichtspieltor von Superstar Lionel Messi ging fast völlig unter, vielmehr sorgte dessen Teamkollege Neymar für Schlagzeilen. Negative.

Nach dem Schlusspfiff zeigen Fernsehbilder, wie der Brasilianer auf drei feiernde Valencia-Akteure, darunter auch Mustafi, zugeht und mit der linken Hand in deren Richtung langt. Ob er tatsächlich Daniu Parejo im Gesicht erwischt hat, geht nicht eindeutig hervor. Ein Wortgefecht mit Mustafi folgte, im Spielertunnel soll die Auseinandersetzung zwischen Neymar und Valencia-Spielern weitergegangen sein. Dem Offensivstar könnte eine nachträgliche Sperre drohen.

Auch Barca-Trainer Luis Enrique, der in den Zeiten seiner ersten größeren Krise als Trainer immer ratloser wirkt und bisher keine Impulse setzen konnte, zeigte sich dünnhäutig. Als er nach dem Spiel von einem Journalisten auf mögliche körperliche Defizite seiner Akteure angesprochen wurde, lehnte er brüsk eine Antwort ab und machte lieber einen Witz über den Nachnamen des Fragestellers.

Dabei war die Frage nach dem körperlichen Zustand der Barca-Spieler gar nicht so unbegründet. Lange schien Barca in dieser Saison unbesiegbar, doch jetzt wirken Messi, Neymar, Luis Suarez und Co. überspielt. Auch gegen Valencia ließ Luis Enrique seine Startelf komplett durchspielen. "Es wäre unfair gewesen, jemanden auszuwechseln. Sie haben ja ein gutes Spiel abgeliefert", sagte er. Nur sprang eben am Ende nichts Zählbares heraus.

Vielmehr flüchtete sich der einstige Barca-Akteur im Anschluss in Durchhalteparolen. "Unglücklich" sei die Niederlage gewesen, im Fußball "passiere so etwas". "Wenn eine Mannschaft so etwas wegsteckt, dann Barcelona ", sagte er: "Es liegt alles noch in unserer Hand." Fünf Spiele sind es noch bis Saisonende.