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Hrubesch will ohne Weltmeister nach Brasilien

 Horst Hrubesch hört nach den Olympischen Spielen als U21-Bundestrainer auf. Foto: Weigel/dpa
Horst Hrubesch hört nach den Olympischen Spielen als U21-Bundestrainer auf. Foto: Weigel/dpa FOTO: Weigel/dpa
Frankfurt. Die U21 will der EM-Qualifikation mit Siegen gegen die Färöer und in Russland näher kommen. Horst Hrubesch denkt vor seinen letzten Spielen als U21-Trainer auch an die Olympischen Spiele – und sagt, wer nicht dort spielen sollte. sid/dpa

Von Wehmut ist bei Horst Hrubesch nichts zu spüren. "Abschiedstournee? Das ist keine Abschiedstournee", sagt der 64-Jährige vor seinem letzten Heimspiel als Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft: "Danach habe ich ja noch Olympia." Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer an diesem Donnerstag (20 Uhr/Eurosport) in Frankfurt hat er Rio de Janeiro schon im Sinn. Deutschlands erste Teilnahme am olympischen Fußball-Turnier der Männer seit 1988 wirft ihre Schatten voraus.

In den Spielen gegen die Färöer und am Ostermontag in Russland (19 Uhr/n-tv) geht es um das Ticket für die EM 2017. Vor allem aber beginnt für die Spieler um Kapitän Leon Goretzka (Schalke 04 ) der Kampf um die Plätze im Olympia-Kader. Hrubesch darf auch Spieler des Jahrgangs 1993 nominieren - also viele der Akteure, die 2015 das Olympia-Ticket gelöst hatten. "Die Jungs, die das geschafft haben, werden wir fragen. Diesen Kader ergänzen wir mit aktuellen Spielern", sagt Hrubesch. Olympia-Hoffnungen dürfen sich daher Spieler wie Johannes Geis von Schalke 04 , Timo Horn, Dominique Heintz, Leonardo Bittencourt (alle 1. FC Köln) oder Philipp Hofmann vom FC Brentford machen.

Hrubesch darf auch drei ältere Spieler mit nach Brasilien nehmen. Er könnte Weltmeistern wie Miroslav Klose oder Per Mertesacker zu einem weiteren Karriere-Höhepunkt verhelfen, sagt aber: "Ich fände es den jungen Spielern, die die Qualifikation nach Rio erst erreicht haben, gegenüber nicht fair, wenn sie nicht die Belohnung erhalten würden, dort auch mitzuspielen." Er wird wohl ehemalige, inzwischen aber zu alte U21-Spieler wählen, etwa Kevin Volland von 1899 Hoffenheim, Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona oder Bernd Leno von Bayer Leverkusen .

Die erste Wahl hat mit Blick auf die EM in Frankreich aber Bundestrainer Joachim Löw . Das gilt auch für die einstigen U21-Stützen Emre Can vom FC Liverpool , Matthias Ginter (Borussia Dortmund ) oder Jonathan Tah (Bayer Leverkusen ) - und mögliche weitere Akteure aus Hrubeschs Kader. "Die Planungen für den EM-Kader laufen, junge Spieler aus der U21 stehen auf meiner Liste", sagte Löw am Mittwoch.

Über all das verliert Hrubesch kaum ein Wort. Zunächst gilt es, eine makellose Bilanz auszubauen: Die U21 hat alle fünf EM-Qualifikationsspiele gewonnen. Mit zwei weiteren Siegen wäre die Teilnahme an der EM in Polen nahezu perfekt. "Wir wollen die U21 mit einer sauberen Weste übergeben", sagt Hrubesch, dessen Platz auf der Trainerbank nach Olympia Marcus Sorg übernehmen wird. Spätestens dann dürfte bei Hrubesch ein wenig Wehmut aufkommen.