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Schwimm-WM
Hentke und Heintz verpassen WM-Bronze nur knapp

Gwangju. ( Franziska Hentke kämpfte mit den Tränen und trauerte der großen Goldchance nach, Philip Heintz strahlte wie ein Weltmeister und rief euphorisiert den Olympiasieg als Ziel aus: Die beiden deutschen Medaillenkandidaten schrammten bei der WM um wenige Hundertstelsekunden an Bronze vorbei – unterschiedlicher hätten ihre Gefühle nicht sein können. sid

„Für mich ist das hier ein Sieg“, sagte Vizeeuropameister Heintz nach seinem vierten Platz über 200 Meter Lagen (1:56,86), er will nun Gold bei Olympia in Tokio holen: „Ich bin wieder der alte Philip, ich bin wieder der, der 100 Prozent gibt und der sagt, dass ich nächstes Jahr das Ding gewinnen werde.“ Für Heintz (28), der drei Monate wegen Schulter- und Motivationsproblemen pausiert hatte, waren die acht Hundertstelsekunden Rückstand auf Bronze zwar „ärgerlich“, aber es überwog klar das Positive. „Scheinbar waren die drei Monate nicht nur für die Schulter gut, sondern auch für den Kopf.“

Von diesem Selbstvertrauen war Hentke nach Rang vier über 200 Schmetterling meilenweit entfernt, obwohl sie mit ihrer Bestzeit in Gwangju unschlagbar gewesen wäre. „Es ist schon krass, das ist aus meiner Perspektive schon sehr bitter“, sagte die Magdeburgerin, der nach 2:07,30 Minuten 26 Hundertstel auf den Bronzerang fehlten. Die 30-Jährige war schon neunmal schneller geschwommen als die neue Weltmeisterin Boglarka Kapas aus Ungarn. Ihr deutscher Rekord liegt anderthalb Sekunden unter der Siegerzeit. „Ich würde sogar sagen, dass das fast die beste Verfassung ist, die ich in meinem ganzen Leben hatte.“ Aber die Uhr sagte etwas anderes. Mit ihrer Finalzeit von 2017, als sie in Budapest WM-Zweite geworden war, hätte Hentke in Gwangju überlegen Gold gewonnen.

Die Freistilstaffel der Frauen holte über vier Mal 200 Meter am Morgen das Olympiaticket und am Abend beim Weltrekord der Australierinnen den siebten Platz. Ex-Weltmeister Marco Koch erreichte als Achter über 200 Brust gerade so den Endlauf am Freitag.