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Olympische Winterspiele in Südkorea
Heiß auf den „Super-Donnerstag“

Thomas Dreßen nimmt aus der Kombination „extrem viel Selbstvertrauen mit für die Abfahrt“.
Thomas Dreßen nimmt aus der Kombination „extrem viel Selbstvertrauen mit für die Abfahrt“. FOTO: Michael Kappeler / dpa
Pyeongchang. Riesenslalom-Ass Rebensburg und Abfahrer Dreßen wollen die ersten deutschen Medaillen für die Skirennfahrer.

Am Dienstag durfte Thomas Dreßen schon mal probesitzen auf dem Platz für den Führenden im Zielraum von Jeongseon. „Das war cool“, sagte der Schnellste der Kombinationsabfahrt und lächelte verschmitzt. Dass er die Medaille, mit der er zwischenzeitlich geliebäugelt hatte, als Neunter letztlich klar verpasste, konnte Dreßen leicht verschmerzen: Am „Super-Donnerstag“, an dem neben der Abfahrt der Frauen-Riesen­slalom mit Goldkandidatin Viktoria Rebensburg stattfindet, will Dreßen erneut auf dem „Thron“ Platz nehmen. Als Olympiasieger. „Wir erwarten, das brauche ich auch nicht anders zu formulieren, dass wir eine Medaille holen an dem Tag“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. Nur eine? „Lasst es mal bei einer“, sagte Maier und lächelte, „du weißt ja nicht, was so Donnerstage bringen.“ Aber klar – die Männer-Abfahrt und der Riesen­slalom der Frauen, „das sind unsere stärksten Disziplinen“, sagte Maier: „Wir gehen mit der Erwartung rein, zumindest einmal oben zu stehen.“ Sie hoffe, ergänzte Rebensburg, dass in der Nacht in Deutschland „wirklich jeder aufsteht und sich das anschaut. Es gibt nichts Besseres aus Alpinsicht.“

Dreßen nimmt aus der Kombination „extrem viel Selbstvertrauen mit für die Abfahrt“. Er freue sich schon, sagte der 24-Jährige mit leuchtenden Augen unter dem goldenen Helm. Er wisse, sagte Dreßen, „dass mein Plan und meine Fahrweise gut auf die Strecke passen“. Gut? Das war untertrieben. Wenn sich Dreßen eine Abfahrt hätte basteln dürfen, die seiner gefühlvollen Art, Kurven zu fahren, perfekt entgegenkommt, wäre diese Wunsch-Piste am Mount Gariwang.

Spätestens mit seiner Vorstellung auf der wegen Windes verkürzten Kombi-Abfahrt habe sich der Kitzbühel-Sieger „in den engeren Kreis der Medaillenkandidaten reingefahren“, sagte Maier, „das kannst du nicht mehr wegdiskutieren“. Die Olympiasieger Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud (beide Norwegen) und Matthias Mayer (Österreich) lagen alle hinter Dreßen, „da kann er nicht so schlecht gefahren sein“, meinte der Alpindirektor.



Weil Dreßen so gut gefahren war, ärgerte er sich zunächst über die vertane Gelegenheit, gleich beim Olympia-Debüt zuzuschlagen. Doch bei der Kombi, in der er die beste Platzierung eines Deutschen seit Markus Wasmeiers fünftem Platz 1992 erreichte, waren die Techniker im Vorteil. Er hätte nur „mit dem Lauf meines Lebens“ mithalten können, sagte Dreßen. Der große Marcel Hirscher, der nach sechs Triumphen im Gesamtweltcup und sechs WM-Titeln endlich Kombinations-Olympiasieger wurde, flüsterte Dreßen im Ziel die besten Wünsche für Donnerstag (11.30 Uhr OZ/3.30 MEZ) ins Ohr. Er gönne dem Deutschen Gold, sagte der Österreicher, „das ist ein total cooler Typ“.

Auch Rebensburg würde wohl keiner ihre zweite Goldmedaille nach 2010 neiden. Die Form sei „definitiv gut“, sagt Rebensburg. Nach dem Triumph in Vancouver und Bronze 2014 in Sotschi wäre alles andere als eine weitere Medaille (10/13.45 Uhr OZ, 2.00/5.45 Uhr MEZ) eine Enttäuschung. Edelmetall? „Dafür bin ich hier“, sagte sie.

Riesenslalom-Spezialistin Viktoria Rebensburg freut sich auf ihr Rennen.
Riesenslalom-Spezialistin Viktoria Rebensburg freut sich auf ihr Rennen. FOTO: Tobias Hase / dpa