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Fußball-Bundesliga
Ein Trainer auf Bewährung

96-Trainer André Breitenreiter muss um seinen Job bangen.
96-Trainer André Breitenreiter muss um seinen Job bangen. FOTO: dpa / Swen Pförtner
Hannover. Bundesligist Hannover 96 stürzt auf einen Abstiegsplatz. Breitenreiter vor dem Aus. sid

Horst Heldt wirkte geschockt. „So geht’s nicht weiter“, sagte der Manager des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 nach dem desaströsen 0:2 (0:1) gegen Hertha BSC. Er erwarte nach dem Fall auf den vorletzten Platz jetzt „Ideen und Lösungsansätze“, denn sonst, das weiß Heldt nur zu gut, rückt die 2. Liga näher. Kein Wunder, dass Trainer André Breitenreiter ab sofort nur noch auf Bewährung arbeitet.

„Klar, dass die Frage kommt, dafür habe ich auch Verständnis“, sagte Heldt, der seinem Trainer keine Jobgarantie für die Partie nächste Woche in Mainz geben wollte. Es wäre zwar „höchst deplatziert“, nun „mit dem Finger auf jemanden zu zeigen“, sagte der 48-Jährige, „aber es ist halt auch jeder gefordert, und die Abläufe sind immer dieselben“.

Es hat sich etwas verändert in Hannover nach diesem Harmlos-Auftritt. Hinten, in der Mitte und vorne – überall offenbarte 96 Mängel und war phasenweise erschütternd schlecht. Die Spieler wissen nicht, was sie mit dem Ball anfangen sollen. Nach 80 Minuten flüchteten viele Fans aus dem Stadion.



Breitenreiter selbst war in der ganzen Aufregung um Ruhe bemüht. Es sei eine „schwierige Situation“, keine Frage, gab er zu und sprach sich, seinem Team und dem ganzen Club Mut zu. Jeder sei gefordert, nun „Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam den Widerstand zu überwinden“.

Doch Hannover taumelt ja nicht nur auf dem Platz, auch abseits des Rasens herrscht Aufregung pur. Präsident Martin Kind kämpft um die Allmacht im Club, seine Gegner wollen die angestrebte Ausnahmegenehmigung von der so genannten 50+1-Regel unbedingt verhindern. Es wird intrigiert, Politik gemacht, eine außerordentliche Mitgliederversammlung soll Kind stürzen. Zudem berichtete die Sport-Bild zuletzt, dass Hannover im Streit um eine umstrittene Satzungsänderung seitens der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Strafe bis hin zu einem Punktabzug droht.