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Hannovers Abschieds-Tournee startet in Berlin

Nach der letzten Saisonpartie am 14. Mai wird Daniel Stendel wieder für das 96-Nachwuchszentrum arbeiten. Foto: stratenschulte/dpa
Nach der letzten Saisonpartie am 14. Mai wird Daniel Stendel wieder für das 96-Nachwuchszentrum arbeiten. Foto: stratenschulte/dpa FOTO: stratenschulte/dpa
Hannover. Sechs Auftritte bleiben Hannover 96 noch in der Bundesliga: Mit Neu-Trainer Daniel Stendel wollen sich die Niedersachsen würdig verabschieden. sid

Daniel Stendel liebt Ordnung und Disziplin. Als die Profis von Hannover 96 unter der Woche nach dem Training in die Kabine schlurfen wollte, pfiff der Neu-Trainer seine Serien-Verlierer zurück. Erst als alle Hütchen aufgesammelt und die Tore weggetragen waren, ging es gemeinsam unter die Dusche. "Wir müssen als Einheit auftreten", sagte Stendel, Nachfolger des gescheiterten Hoffnungsträgers Thomas Schaaf , vor seinem Bundesliga-Debüt in Berlin gegen Hertha BSC (Freitag, 20.30 Uhr/Sky). Und diese Einheit will der bei den 96-Fans als Kämpfer in Erinnerung gebliebene Ex-Profi auch auf dem Platz sehen: "Jeder muss den anderen unterstützen und diszipliniert spielen. Wir wollen agieren, egal ob mit oder ohne Ball." Gestern griff er dann durch: Flop-Stürmer Hugo Almeida wurde aus dem Kader für das Hertha-Spiel gestrichen.

Für die restlichen sechs Bundesliga-Spiele hat Präsident Martin Kind Stendel auf die Trainerbank gesetzt. Der Aufstiegsheld von 2002 wird Hannover nach 14 Jahren in der Eliteklasse in die 2. Liga führen - obwohl er am wenigsten für den Absturz kann. Trotzdem will er seine Chance nutzen, sich einen Namen machen: "Ich habe keine Sekunde gezögert, den Job anzunehmen und habe mich auf die Aufgabe gefreut. Ich persönlich kann in dieser kurzen Zeit viel Erfahrung sammeln."

Gut möglich, dass Stendel quasi in Vorbereitung auf die 2. Liga die Niedersachsen ordentlich durchmischen wird. Unter der Woche ließ der vorherige Jugend-Coach die 96-Talente Niklas Feierabend (18), Noah-Joel Sarenren-Bazee (19), Can Tuna und Tim Dierßen (beide 20) bei den Profis mittrainieren. Almeida war das erste Opfer des neuen Kurses, der Portugiese hatte die Erwartungen nie erfüllt und zuletzt nur lustlos trainiert. Auch Stürmer Adam Szalai droht die Degradierung auf die Bank - beide werden den Club nach dem Abstieg ohnehin verlassen.

Angesichts von zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsrang geht es für Hannover nur noch darum, sich anständig und in Würde aus der Bundesliga zu verabschieden. An sein Team stellt Stendel - nach den vielen Enttäuschungen zuletzt - vor dem Auftritt in Berlin nur die Minimalanforderung. "Unsere Anhänger sollen erkennen, dass die Mannschaft gewillt ist, alles zu geben", sagte Stendel, vierter 96-Trainer in den vergangenen zwölf Monaten.

Hannover will unbedingt aufrecht in die 2. Liga gehen. "Wir haben noch sechs Spiele, und somit sechs Mal die Möglichkeit als Sieger vom Platz zu gehen", sagte Stendel: "Natürlich müssen Leute vorangehen, aber ich erwarte von den Spielern, dass jeder Einzelne auf und neben dem Platz mehr Verantwortung übernimmt."