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Sport in den Medien
Wintersport in der Dauerschleife

 Skispringer Richard Freitag gehört zu den deutschen Wintersportlern, die sich über mangelnde Medienpräsenz wahrlich nicht beklagen können.
Skispringer Richard Freitag gehört zu den deutschen Wintersportlern, die sich über mangelnde Medienpräsenz wahrlich nicht beklagen können. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Hannover. Am Samstag beginnt das erste große Wintersport-Wochenende im Fernsehen. Die Quoten sprechen für sich.

Für Freunde des Wintersports beginnen die Fernseh-Festtage. Den Anfang macht an diesem Samstag um neun Uhr der Bob-Weltcup, gefolgt von Nordischer Kombination, Langlauf, Rodeln, Snowboard und Skispringen. Bis 18 Uhr zeigt die ARD jede Menge Sport auf Eis und Schnee. Und erfahrungsgemäß werden Millionen deutsche Fans vor dem Fernseher sitzen und zuschauen. Die Dauerberieselung beschert den Fernsehsendern erstaunliche Quoten.

Wintersport satt – so ließe sich das Motto umschreiben. Mehr als 2000 Stunden zeigen ARD, ZDF und Eurosport in den kommenden Monaten, den Großteil davon live. Vor allem durch die Olympischen Spiele sind es noch deutlich mehr Stunden als im vorherigen Winter.

Die deutschen Sportfans lieben die Übertragungen aus Whistler, Kuusamo oder Winterberg und sorgen für durchgehende Quotenerfolge. Das gilt vor allem für Biathlon. Mit großem Abstand waren in der Vorsaison die Übertragungen rund um Seriensiegerin Laura Dahlmeier die erfolgreichsten Wintersport-Sendungen. Durchschnittlich schauten mehr als 3,7 Millionen Menschen bei ARD und ZDF zu. Der mittlere Marktanteil lag beim Skilanglauf mit Schießen bei rund 24 Prozent. Aber auch bei den anderen Winter-Disziplinen liegen die für Fernsehsender wichtigen Zahlen im Schnitt deutlich über denen des übrigen ARD- und ZDF-Programms.



So ist es kein Wunder, dass ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagt: „An unserer vielfältigen und spannenden Mischung hat sich nichts geändert.“ Ähnlich klingt das bei ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann: „Die Erfolgsgeschichte der vergangenen Winter wollen wir fortsetzen.“ Wegen der guten Zahlen gibt es Experimente mit weiteren Angeboten. „Wir probieren diesen Winter einige junge Sportarten wie Snowboard vermehrt auf anderen Kanälen zu zeigen, als Stream im Internet und bei ZDF-info“, sagt Fuhrmann. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben mehr Rechte als sie in ihren Programmen unterbringen können. Üppig ist das Angebot trotzdem. ARD und ZDF übertragen an den Wochenenden im Wechsel jeweils mehrere Stunden.

Wem das noch zu wenig ist, der kann auf Eurosport umschalten. Wenn zum Beispiel die ARD am Samstag nach neun Stunden Wintersport auf Fußball in der „Sportschau“ wechselt, zeigt der Spartensender den Riesenslalom der Frauen in Killington und danach die Abfahrt der Männer aus Lake Louise. Eurosport hat mehr als 1000 Stunden Live-Berichterstattung auf verschiedenen Plattformen im Angebot. Die drei Sender übertragen nach einem langen Rechte-Poker zwischen ARD/ZDF mit der Eurosport-Mutter Discovery auch von den Olympischen Spielen in Pyeongchang (Südkorea). Der Umfang der Weltcup-Berichterstattung sei unabhängig davon, sagt ZDF-Sportchef Fuhrmann: „Die Planungen waren schon vor der Einigung abgestimmt.“