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Handball-Bundesliga
THW Kiel weiter auf der Jagd: Meisterkampf ist wieder offen

 Die Spieler des THW Kiel feiern nach dem knappen 20:18 gegen Flensburg. Foto: Frank Molter
Die Spieler des THW Kiel feiern nach dem knappen 20:18 gegen Flensburg. Foto: Frank Molter
Kiel. Alfred Gislason gefällt sich in der Rolle des Jägers. Von Stefan Flomm, dpa

„Wir wollten unbedingt gegen Flensburg gewinnen, um noch ein bisschen Spaß in der Meisterschaft zu haben. Ein kleiner Funken Hoffnung ist noch da“, sagte der Trainer des THW Kiel, nachdem seine Spieler mit dem 20:18-Sieg über Titelverteidiger und Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt das Rennen um die deutsche Handball-Meisterschaft wieder spannend gemacht hatten.

Der Rückstand des Rekordchampions auf die Flensburger ist auf zwei Punkte geschmolzen. Für SG-Rückraumakteur Holger Glandorf war die Niederlage im 99. Schleswig-Holstein-Derby deshalb auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir haben heute gut dagegen gehalten. Wenn wir die nächsten vier Spiele gewinnen, sind wir deutscher Meister. So einfach ist das.“

Ob es wirklich ganz so einfach wird, darf bezweifelt werden. Denn von den vier kommenden SG-Gegnern spielen mit der MT Melsungen, den Füchsen Berlin und dem Bergischen HC noch drei um einen internationalen Startplatz in der kommenden Saison. Nur für den TVB 1898 Stuttgart geht es im Spiel gegen die Flensburger um nichts mehr. Da erscheint das Restprogramm der „Zebras“ mit Spielen gegen den TSV GWD Minden, TBV Lemgo Lippe und die TSV Hannover-Burgdorf deutlich einfacher. Allerdings stehen dem gastgebenden THW am kommenden Wochenende beim Finalturnier um den EHF-Pokal noch zwei zusätzliche Partien bevor.



THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler sieht den Druck jedenfalls beim Nordrivalen: „Mal sehen, ob sie das können. Ich habe im letzten Jahr erlebt, wie das ist.“ In der vergangenen Spielzeit war Pekeler mit den Rhein-Neckar Löwen auf der Zielgeraden noch von den Flensburgern abgefangen worden. Deshalb betonte auch Kiels Patrick Wiencek: „Wir müssen erst unseren Job machen. Wir fahren gut damit, auf unsere Spiele zu achten und dann mit einem Auge nach Flensburg zu gucken.“

Den Hauptgrund für die Niederlage im 99. Derby hatte SG-Coach Maik Machulla schnell ausgemacht. THW-Keeper Niklas Landin hatte sein Tor vernagelt. „Wenn man nur 20 Tore gegen Kiel bekommt, sollte man das Spiel gewinnen. Aber wenn man nur 18 wirft, reicht das nicht“, sagte Machulla. Er hätte gegen den THW in Sachen Titelverteidigung gerne einen größeren Schritt gemacht: „Jetzt müssen wir die ganze Runde gehen.“ Und das Vertrauen in die eigene Stärke ist groß. „Wir sind selbstbewusst genug, diesen Weg zu gehen,“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Ob Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson der SG im Saisonfinale helfen kann, ist noch fraglich. Der Schwede, der nach dieser Spielzeit seine Karriere beendet und vor der Partie vom Gegner geehrt wurde, schied Mitte der ersten Halbzeit mit einer Rückenverletzung aus. „Ich hoffe, dass ,Tobbe' zurückkommt“, sagte Machulla.

Für Gislason endete das Spiel nicht nur mit einem Sieg, sondern auch mit einem Geschenk. Schmäschke überreichte dem Isländer, der vor den letzten drei Bundesliga-Spielen seiner großartigen Trainerkarriere steht, eine Flasche Gin aus Flensburg. Die Meisterschale will der SG-Geschäftsführer allerdings garantiert in Flensburg behalten.

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 Kiels Torwart Niklas Landin jubelt. Foto: Frank Molter
Kiels Torwart Niklas Landin jubelt. Foto: Frank Molter FOTO: Frank Molter