| 22:20 Uhr

Handball
Es läuft längst nicht alles nach Plan

Bundestrainer Michael Biegler (Mitte) und seine Damen haben noch viel Arbeit vor der WM vor sich.
Bundestrainer Michael Biegler (Mitte) und seine Damen haben noch viel Arbeit vor der WM vor sich. FOTO: Ferdinand Ostrop / dpa
Magdeburg. Keine zwei Monate vor der mit Spannung erwarteten Heim-WM läuft bei den deutschen Handballerinnen nicht rund. Vor allem hinsichtlich einer Live-Berichterstattung im TV, für die es Stand jetzt noch keinen Partner gibt.

() Der TV-Bildschirm ist nach wie vor schwarz, die sportliche Form zudem nicht die beste. Die Verantwortlichen sind dennoch optimistisch. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir die WM der Frauen nicht nur organisatorisch gut hinkriegen, sondern auch Bilder im frei empfangbaren TV sehen werden“, sagte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), gestern in Magdeburg.

Weil sich die deutschen TV-Stationen nicht mit dem katarischen Rechteinhaber einigen konnten, waren schon die WM-Turniere der Männer 2015 und 2017 nicht im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen. Erfreulich läuft laut Michelmann  der Ticketverkauf für die WM. 170 000 Zuschauer konnten  durch verschiedene Ticketing-Modelle für das Heim-Turnier vom 1. bis 17. Dezember gewonnen werden.

Bundestrainer Michael Biegler hielt sich beim Thema TV-Vertrag bedeckt. „Es ist nicht meine primäre Baustelle, über Fernsehzeiten zu diskutieren“, sagte er vor den Länderspielen am 28. und 29. Oktober in Magdeburg und Berlin gegen den EM-Zweiten Niederlande. Diese beiden Partien sind nach dem durchwachsenen Start in die EM-Qualifikation von enormer Bedeutung für Bieglers WM-Team.



Nur mit viel Glück holten die DHB-Frauen, vergangenes Jahr EM-Fünfter, Ende September in der EM-Quali gegen das bestenfalls zweitklassige Litauen ein 26:26-Unentschieden, danach folgte immerhin ein Kantersieg (30:16) in der Türkei. „Die Mannschaft braucht jedes Spiel. Wir haben die Zielsetzung in den Qualifikationsspielen nicht erreicht. Es war ein Warnzeichen, wie wir uns nicht zu bewegen haben“, sagte Biegler.

Gegen die starken Niederländerinnen muss der Coach auf seine Legionärinnen aus dem Ausland verzichten. Der Länderspielkalender kollidiert mit den internationalen Spielplänen, weshalb Isabell Klein (Nantes HB) und Xenia Smits (Metz HB) nicht für den 20er-Kader abgestellt werden können. Darüber hinaus fällt Anne Hubinger (Thüringer HC) mit einem Mittelfußbruch, einer Knochenabsplitterung an der Ferse und mehreren Bänderrissen im Knöchel auch für die WM aus.

Männer-Bundestrainer Christian Prokop, der mit seiner Mannschaft an den gleichen Spieltagen in Magdeburg und Berlin Vize-Europameister Spanien empfängt, nominierte für die Spiele erstmals in seiner Amtszeit Linksaußen Yves Kunkel von seinem Ex-Klub SC DHfK Leipzig. Der 23-Jährige ist im 18-köpfigen Kader Back-up für Kapitän Uwe Gensheimer (Paris St. Germain).

(SID)