| 20:33 Uhr

Startschuss in der Merziger Thielsparkhalle
Das deutsche Team ist in Merzig Favorit

 Beim großen Handballturnier für Jugend-Nationalmannschaften in Merzig spielten schon viele Toptalente, die heute in der Bundesliga für Schlagzeilen sorgen. So wie hier 2014 Jerome Müller (rechts). Der wurfgewaltige Nordsaarländer spielte bei den Eulen Ludwigshafen in der Bundesliga gerade im November besonders stark auf.
Beim großen Handballturnier für Jugend-Nationalmannschaften in Merzig spielten schon viele Toptalente, die heute in der Bundesliga für Schlagzeilen sorgen. So wie hier 2014 Jerome Müller (rechts). Der wurfgewaltige Nordsaarländer spielte bei den Eulen Ludwigshafen in der Bundesliga gerade im November besonders stark auf. FOTO: rup
Merzig. Das große Handball-Turnier für Jugend-Nationalmannschaften in Merzig beginnt an diesem Freitag. Saar-Auswahl will überraschen. Von David Benedyczuk

„Es ist für uns eine sehr schöne Möglichkeit, sich in Deutschland zu präsentieren“, sagt Jugend-Bundestrainer Erik Wudtke. An diesem Freitag um 17.10 Uhr ist das erstmals der Fall, wenn die U19-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen Italien ihr Eröffnungsspiel beim internationalen Sparkassen-Cup für Jugend-Nationalteams bestreitet. Dann werden die Handball-Stars von morgen auf dem Feld der Merziger Thielsparkhalle wieder jeden Zentimeter Boden beackern, um bei der 33. Auflage des traditionellen Handballfests zwischen den Jahren Erfolge zu feiern.

Und auch auf den Zuschauerrängen wird es wie immer eng zur Sache gehen. „Ich war selbst schon mehrmals als Zuschauer in Merzig – und es gewohnt, wenig Platz auf der Tribüne zu haben. Beim Turnier im Saarland waren zum Beispiel mehr Zuschauer als bei der letzten Jugend-Europameisterschaft“, lobt Wudtke die Resonanz bei der Veranstaltung des HSV Merzig-Hilbringen. Im Vorjahr stand der 47-Jährige erstmals als Trainer des DHB-Nachwuchses an der Linie – und durfte sich schließlich über den 18. deutschen Triumph beim Heimspiel freuen.

Auch dieses Jahr ist das DHB-Team unter den acht Teilnehmern wieder Topfavorit auf den Turniersieg. Mit einem möglichen Hauptrivalen bekommt es Wudtkes Kader am Samstag im zweiten Gruppenspiel gegen Island (11.20 Uhr) zu tun. Die „Wikinger“ schlugen Deutschland vor zwei Jahren ein Schnippchen, als sie im Finale mit 21:20 ihren ersten Erfolg in Merzig bejubeln durften. Vor zwölf Monaten holte sich die DHB-Auswahl den Titel zurück: Mit einem 41:23 über Tschechien, das im ersten Spiel noch einen 24:22-Coup gegen den späteren Sieger gelandet hatte. Die Osteuropäer sind diesmal nicht mit dabei. Ebenso wenig der fünffache Turniersieger und Vorjahres-Halbfinalist Dänemark.



Dafür präsentiert sich mit den zu Dänemark gehörigen Färöer-Inseln ein absoluter Neuling dem fachkundigen Merziger Publikum. Die Fähringer wussten zuletzt bei internationalen Turnieren zu überzeugen und werden alles daransetzen, auch in Merzig eine gute Visitenkarte abzugeben. Er sei „begeistert von der Spielstärke und der Euphorie dieser Truppe“, sagt Chef-Organisator Michael Lux vom gastgebenden HSV. Ihren ersten Auftritt haben die Färöer am Freitag ab 18.20 Uhr gegen Weißrussland. Es ist zugleich das Duell zweier Geheimfavoriten, mit denen sich auch die Auswahl des Handball-Verbands Saar (HVS) in der Vorrunde messen wird.

„Spaß und Leidenschaft“ – das sind die wichtigsten Komponenten, die Dirk Mathis von seinem Team sehen möchte. Der HVS-Landestrainer geht mit seinen Jungs als Außenseiter ins Turnier, das um 19.30 Uhr zum Abschluss des ersten Tags das Duell mit den Niederlanden bereithält. „Wir wollen allen in der Halle zeigen, dass wir Spaß an dem haben, was wir tun. Durch Spaß generiert man Leistung – und wenn wir es dann noch schaffen, den Kampf anzunehmen, wird der Funke sicher überspringen“, sagt Mathis. Für ihn sei es zwar „vermessen, über ein mögliches Weiterkommen zu spekulieren.“ Auf der anderen Seite gelte: „Im Sport ist immer vieles möglich.“

HVS-Jugendkoordinator Christian Schwarzer ist sich sicher, dass die Saar-Auswahl, die primär aus Akteuren von A-Jugend-Bundesligist HG Saarlouis sowie aus Spielern des SV 64 Zweibrücken und der JSG Merchweiler-Quierschied besteht, eine gute Figur abgeben wird: „Mit Leidenschaft, Begeisterung und Kampfgeist werden wir die Zuschauer auf unsere Seite ziehen“, sagt der seit Kurzem 50 Jahre alte Handball-Weltmeister von 2007. Und mit der Unterstützung des Publikums ist dann vielleicht tatsächlich eine Überraschung drin.

Ein erneuter deutscher Triumph wäre sicher keine Überraschung, wobei Landestrainer Mathis festhält: „Gegenüber den Vorjahren mit Sebastian Heymann (inzwischen bei EHF-Pokalsieger FA Göppingen) oder Juri Knorr (bei Bundesligist GWD Minden, vorher FC Barcelona; Anm. d. Red.) gibt es nicht den Überflieger, der jetzt schon durch die Decke geht. Deutschland ist aber extrem breit aufgestellt, mit Spielern, die ganz sicher ihren Weg in die Bundesliga finden werden – sie sind absoluter Favorit.“ Und sie werden dafür sorgen, dass eines auf jeden Fall gelingt: „Das ist eine optimale Plattform, um Werbung für unseren tollen Sport zu machen“, sagt Mathis.