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Handball-Champions-League
Unnötige Niederlage für die Rhein-Neckar Löwen in Kielce

Kielce. Die Gründe für die erste Niederlage im zweiten Champions-League-Spiel waren den tief enttäuschten Rhein-Neckar Löwen sofort klar: Sie hatten den Sieg am Samstag beim polnischen Handball-Serienmeister Vive Kielce schlichtweg verschenkt. dpa

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, sagte Kapitän Andy Schmid nach dem 32:35 (17:17). „Aber leider haben wir den Sieg in fünf Minuten weggeworfen. Es ist schade, dass wir nichts Zählbares mitgenommen haben.“

Acht Minuten vor dem Ende führte der Handball-Bundesligist noch mit 30:27, doch innerhalb kurzer Zeit wurde daraus ein 30:33-Rückstand (57.). Ein Rückschlag, von dem sich der deutsche Vizemeister in dieser phasenweise wilden Begegnung nicht mehr erholte, weshalb er in der Vorrundengruppe A nun 2:2 Punkte auf dem Konto hat statt möglichen 4:0. Das bedeutet zunächst den sechsten Platz. „Wir haben in beiden Halbzeiten jeweils gegen Ende zu viele Fehler gemacht. Deshalb haben wir verloren“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen enttäuscht.

Zur Enttäuschung über die unnötige Niederlage kamen noch personelle Sorgen hinzu. Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Abwehrchef Gedeón Guardiola mussten während des Spiels an der Schulter behandelt werden, kehrten nach einer Pause aber noch einmal zurück aufs Feld. Nikolaj Jacobsen hofft, beide im nächsten Champions-League-Spiel an diesem Mittwoch (19.00 Uhr) gegen den weißrussischen Meister HC Meschkow Brest wieder einsetzen zu können. Schlimmer erwischte es hingegen Defensivspezialist Ilija Abutovic. Er zog sich eine Wadenverletzung zu und fällt möglicherweise für längere Zeit aus. „Wir hatten mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen“, sagte Schmid.



Die Löwen starteten zwar stark in die Partie und führten nach einer Viertelstunde mit 11:6. Ein erster Einbruch führte jedoch zu einem zwischenzeitlichen 17:20-Rückstand (33.), den der zweifache deutsche Meister dank des mehrfachen Einsatzes des siebten Feldspielers aber recht schnell wieder wett machte. Dann aber brachte der Pokalsieger das polnische Starensemble mit vielen leichten Ballverlusten und hektischen Abschlüssen wieder zurück ins Spiel.

Gegen Brest will Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen wieder einen Sieg seines Teams sehen, auch wenn er großen Respekt vor dem Gegner hat. „Diese Mannschaft wird in ihrer nationalen Liga kaum gefordert und kann sich voll und ganz auf die Champions League fokussieren“, erklärte er. Das zeigte sich am Samstag: Da bezwang Brest den französischen Titelverteidiger Montpellier HB mit 26:23.