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Hamilton siegt für seine Mutter

Abu Dhabi. Sebastian Vettel schlug wütend mit der Faust aufs Lenkrad und musste von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone getröstet werden. Ein mysteriöser Reifenplatzer nach wenigen Metern hat dem Weltmeister gestern in Abu Dhabi den ersten Ausfall seit über einem Jahr im Red Bull beschert. "Es ärgert einen schon. Es hat sich alles gut angefühlt bis dahin", meinte Vettel

Abu Dhabi. Sebastian Vettel schlug wütend mit der Faust aufs Lenkrad und musste von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone getröstet werden. Ein mysteriöser Reifenplatzer nach wenigen Metern hat dem Weltmeister gestern in Abu Dhabi den ersten Ausfall seit über einem Jahr im Red Bull beschert. "Es ärgert einen schon. Es hat sich alles gut angefühlt bis dahin", meinte Vettel. Ebenso wie sein Team rätselte auch er nach dem Rennen lange über die Ursache: "Warum es soweit kam, wissen wir auch nicht." Es bleibe nicht viel mehr übrig, als "Schwamm drüber und weitermachen".Der rechte Hinterreifen war geplatzt, das Gummi bereits von der Felge gerutscht. "Dann bist du einfach nur noch Passagier", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Die sonst zu Statisten degradierten Konkurrenten konnten die Gunst beim Großen Preis im Wüstenstaat nutzen. Lewis Hamilton triumphierte nach einer der "besten Leistungen, die ich gezeigt habe". Der britische Ex-Weltmeister widmete seinen dritten Saisonsieg via Boxenfunk seiner Mutter zu deren Geburtstag. Zweiter hinter dem McLaren-Mercedes-Mann wurde Ferrari-Ass Fernando Alonso, auf Rang drei kam der WM-Zweite Jenson Button im zweiten McLaren.

Bester Deutscher war Nico Rosberg, der wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes Sechster wurde. Dahinter fuhren Teamkollege Michael Schumacher und Force-India-Pilot Adrian Sutil auf die Ränge sieben und acht. Timo Glock (Marussia-Virgin) kam auf Platz 19.



Vettel verpasste nicht nur seinen Abu-Dhabi-Hattrick, sondern auch die Chance, den Siegrekord in einer Saison von Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 mit 13 Grand-Prix-Erfolgen zu egalisieren. Vor dem Saisonfinale in zwei Wochen in Sao Paulo hat der Hesse elf Erfolge auf dem Konto.

Unterm Strich brachte Beatles-Fan Vettel aber weder Startplatz eins noch eine geschenkte Gitarre von Paul McCartney Glück. Immerhin: Zumindest beim McCartney-Konzert am Abend war Vettel wieder ganz vorn dabei. dpa

Hintergrund

Zwei Jahre nach seinem Rücktritt wird ein Formel-1-Comeback des ehemaligen Weltmeisters Kimi Räikkönen wahrscheinlicher. Der Finne, der seit zwei Jahren vergeblich versucht hat, in der Rallye-WM Fuß zu fassen, wird mit dem englischen Williams-Team in Verbindung gebracht. Reichtümer könnte Räikkönen bei Williams vermutlich nicht verdienen. Gerüchten zufolge müsste der "Iceman" beim Rennstall mit geschätzten vier Millionen Euro über die Runden kommen. Zu seinen Glanzzeiten bei Ferrari, wo Räikkönen 2007 den WM-Titel gewann, soll der Finne mehr als 20 Millionen Euro verdient haben. dapd