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Guter Start ins „Projekt Podium“

 Markus Eisenbichler bereitet sich auf das dritte Springen der Tournee vor. Foto: Gindl/dpa
Markus Eisenbichler bereitet sich auf das dritte Springen der Tournee vor. Foto: Gindl/dpa FOTO: Gindl/dpa
Innsbruck. Das dritte Springen der 65. Vierschanzentournee heute in Innsbruck könnte zur Lotterie werden. Schnee, Sturm und niedrige Temperaturen sind vorhergesagt. Markus Eisenbichler will sich davon allerdings nicht irritieren lassen. Christoph Leuchtenberg,Erik Roos (sid)

Markus Eisenbichler blickte kurz zur Anzeigetafel, dann zeigte er kampfeslustig die Faust: Die deutsche Skisprung-Hoffnung ist mit einer starken Leistung ins "Projekt Podium" gestartet. In der Qualifikation zum dritten Wettbewerb der 65. Vierschanzentournee überzeugte der 25-Jährige am tückischen Bergisel mit Platz sechs und hatte noch Luft nach oben.

"Die Schanze ist schwierig, mit dem Sprung bin ich nicht ganz zufrieden. Aber dass mir die Schanze nicht liegt, das muss ich revidieren", sagte Eisenbichler: "Nur früher bin ich hier in Innsbruck schlecht bis erbärmlich gehupft." 2015 war er bei seinem zuvor einzigen Tournee-Auftritt in Innsbruck in der Qualifikation gescheitert.

Diesmal segelte der Vierte der Gesamtwertung auf starke 130 Meter, lag zwar klar hinter Quali-Sieger Stefan Kraft aus Österreich (134,5). "Doch morgen kann er wieder vorne reinspringen, vor allem, wenn es schneien sollte", sagte Bundestrainer Werner Schuster.



Während der Gesamtwertungs-Zweite Kraft seine Ambitionen auf den zweiten Tournee-Sieg unterstrich, verzichtete der in der Tournee-Wertung führende Kamil Stoch erneut auf einen Qualifikationssprung. In beiden Trainings-Durchgängen hatte der Pole vorne gelegen, das reichte ihm - im K.o.-Duell des ersten Durchgangs trifft er damit heute (13.45 Uhr/ARD und Eurosport) auf Kraft. Der Norweger Daniel Andre Tande, den Eisenbichler in der Gesamtwertung von Platz drei verdrängen will, wurde Fünfter.

Das Springen in Innsbruck könnte allerdings zur Lotterie werden: In Tirol hat sich Tief "Axel" angekündigt, das für Schnee , Sturm und einen Temperatursturz sorgen soll.

Neben Eisenbichler sind dann auch die fünf weiteren DSV-Adler im Wettkampf vertreten, darunter Weltmeister Severin Freund und Richard Freitag , 2015 Sieger am Bergisel. Während Freitag immerhin als 25. Durchschnittsware lieferte, klappt bei Freund weiter herzlich wenig: 47. wurde der 28-Jährige. Wäre er nicht über den Gesamtweltcup für den Wettkampf gesetzt gewesen, Freund wäre raus gewesen. "Ich wollte einen Schritt vorwärts machen, das war leider nicht so. Das ist nervig", sagte Freund.

Eisenbichler hatte derweil zwei mehr oder weniger durchwachsene Trainingssprünge abgeliefert - in der neuen Situation lief noch nicht alles glatt. "So etwas hatte ich noch nie, dass alle auf mich schauen. Ich versuche, mich nicht ablenken zu lassen und auf mich zu schauen", meinte er. Das klappte in der Vorausscheidung dann besser.

Nichtsdestotrotz bleibt der Angriff auf das Stockerl eine Herkulesaufgabe: Umgerechnet sieben Meter Vorsprung hat Tande auf Eisenbichler, der damit fast zwei Meter pro Wertungssprung in Innsbruck und Garmisch aufholen muss.