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Fußball
Guardiola ist der Rekord im Manchester-Derby egal

Manchester. City kann an diesem Samstag schon Meister werden. sid

Der Rekord ausgerechnet im Derby ist Pep Guardiola egal. Manchester City könnte so früh wie noch kein Klub zuvor in der Premier-League-Geschichte englischer Fußball-Meister werden, doch der Teammanager hat anderes im Sinn. Das 176. Stadtduell gegen Manchester United am Samstag (18.30 Uhr/DAZN) ist zweitrangig, weil in der Champions League nach dem 0:3-Debakel beim FC Liverpool das Aus droht.

"Ich verstehe, dass die Leute über das United-Spiel sprechen. Aber wir müssen uns auf die Champions League fokussieren", sagte Guardiola: "Wir müssen nur noch ein Spiel gewinnen. Wenn das gegen United nicht klappt, haben wir noch sechs weitere Chancen." 16 Punkte beträgt der Vorsprung vor dem Tabellenzweiten United, der fünfte Meistertitel ist nur noch eine Frage der Zeit.

Viele englische Medien erwarten, dass Guardiola wichtige Spieler schont. Unter anderem könnten Kevin De Bruyne, David Silva oder der deutsche Nationalspieler Leroy Sane draußen bleiben, um für das zweite Duell mit der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp voll bei Kräften zu sein.



Kapitän Vincent Kompany hat damit kein Problem. "Wir haben nur eine Chance, es in der Champions League zu schaffen, aber jede Menge Möglichkeiten in der Premier League", sagte der Belgier, der mit City bereits 2012 und 2014 Meister geworden war. Gegen Liverpool gebe es ein "unerledigtes Geschäft". Trotz der klaren Hinspiel-Niederlage ist das Viertelfinale laut Guardiola noch nicht entschieden. "Es sind 90 Minuten zu spielen. Ich glaube an meine Mannschaft", sagte er.

Citys verzwickte Lage könnte das Derby gegen United unterhaltsamer machen - so seltsam das klingt. Sollte Guardiola eine geschwächte Elf aufbieten, könnte sein Gegenüber Mourinho offensiver auftreten als sonst und damit zu einem spektakulären Spiel beitragen.

United, das in der Champions League schon ausgeschieden ist, dürfte die Liga als Vizemeister abschließen, mit großem Rückstand auf Guardiolas Mannschaft. Das ist eine Demütigung für den englischen Rekordmeister. Das Derby bietet die Chance, den Stadtrivalen zu ärgern.

Ein Sieg im Derby wäre ein kleines Stück Genugtuung - auch für die 1:2-Niederlage im emotionalen Duell im Hinspiel. Damals war es in der aufgepeitschten Atmosphäre im Old Trafford im Spielertunnel zu einem Handgemenge gekommen, in das mehrere Spieler und Offizielle der beiden Klubs verwickelt waren.