| 22:06 Uhr

Gold-Jahr endet mit Remis gegen Norwegen

 Bundestrainerin Steffi Jones und ihre „Anführerin“ Anja Mittag können mit dem Fußball-Jahr zufrieden sein. Foto: schmidt/dpa
Bundestrainerin Steffi Jones und ihre „Anführerin“ Anja Mittag können mit dem Fußball-Jahr zufrieden sein. Foto: schmidt/dpa FOTO: schmidt/dpa
Chemnitz. Für Steffi Jones war die Partie der deutschen Fußball-Frauen gegen die Norwegerinnen ein wichtiger Test im Hinblick auf die EM. Trotz der zahlreichen Ausfälle sah die Bundestrainerin in Chemnitz eine gute Leistung ihres Teams. sid

Als Kathrin Hendrich in der Schlussminute die letzte Chance aus kurzer Distanz vergab, schlug Bundestrainerin Steffi Jones die Hände über dem Kopf zusammen. Nach dem erfolgreichen Start mit vier Siegen musste sich die Nachfolgerin von Silvia Neid mit den deutschen Fußballerinnen zum Abschluss des goldenen Olympia-Jahres mit einem 1:1 (1:1) im EM-Härtetest gegen Norwegen begnügen.

"Wir wollten den Sieg und hatten genug Chancen. Nach dem Rückstand haben wir aber Moral bewiesen. Darauf können wir aufbauen", sagte Jones, der insgesamt 13 verletzte oder erkrankte Spielerinnen fehlten.

Das deutsche Rumpfteam zeigte sich gegen den Vize-Europameister offensiv spielfreudig, aber zu schwach in der Chancenverwertung und teils anfällig in der Defensive. "Besonders in der ersten Halbzeit hatten wir einige Abstimmungsprobleme, da hat die Zuordnung gefehlt", sagte Jones: "In der zweiten Halbzeit haben wir es viel besser gemacht."



Vor 6031 Zuschauern in Chemnitz egalisierte Josephine Henning (32.) mit ihrem ersten Länderspieltor die frühe norwegische Führung durch Europas Fußballerin des Jahres Ada Hegerberg (13.). "Es war ein tolles Spiel, aber nicht unser Wunschergebnis. Aber wir können eine Menge aus dem Spiel lernen", sagte Torschützin Henning.

Im neuen weißen Trikot und mittlerweile gewohnten 4-4-2-System mit Mittelfeldraute wurde das deutsche Team bei Minustemperaturen früh eiskalt erwischt. Nach einem weiten Ball ging Innenverteidigerin Henning gegen Hegerberg zu zögerlich zu Werke, die Ex-Potsdamerin lief davon, umkurvte Torhüterin Almuth Schult und schob den Ball locker ins Tor. "Da habe ich nicht gut ausgesehen", sagte Henning.

Die aufgerückte Henning machte nach einem Freistoß von Spielführerin Dzsenifer Marozsan mit einem perfekt platzierten Kopfball neben den linken Pfosten ihren Fehler beim 0:1 wieder gut. Deutschland blieb in der Neuauflage des EM-Endspiels von 2013 (1:0) weiter im Vorwärtsgang. Vor allem Anja Mittag und Svenja Huth spielten sich mit schönen Kombinationen oft in den norwegischen Strafraum, beim letzten Ball fehlte aber die Präzision.

Im nächsten Sommer wartet dann das große Ereignis Europameisterschaft. In der Vorrunde in den Niederlanden bekommen es die DFB-Frauen mit Schweden, Italien und Russland zu tun.