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Winter-Paralympics
Gold für die berühmte Bikini-Schönheit

Die US-amerikanische Athletin Brenna Huckaby ist nicht nur Bikini-Model, sondern jetzt auch Paralympics-Siegerin.
Die US-amerikanische Athletin Brenna Huckaby ist nicht nur Bikini-Model, sondern jetzt auch Paralympics-Siegerin. FOTO: Jan Woitas / dpa
Pyeongchang. Brenna Huckaby ist die erste Behindertensportlerin in der berühmten Ausgabe bei Sports Illustrated. Gestern gewann sie in Südkorea.

Aufnahme in die legendäre „Swimsuit“-Ausgabe bei Sports Illustrated finden normalerweise nur die makellosen Super-Schönheiten – Models wie Gisele Bündchen, früher Cindy Crawford oder Heidi Klum. Aber eine Behindertensportlerin? Das gab es bisher nicht. Die beinamputierte Brenna Huckaby ist nun die Erste, deren Bilder im Bikini abgebildet wurden.

Stolz posiert die 22 Jahre alte Amerikanerin, die am Montag bei den Paralympics in Pyeongchang Gold im Snowboardcross holte, mit ihrer schwarzen Bein-Prothese auf der rechten Seite am Strand der Karibik-Insel Aruba. Huckaby erlangte in den vergangenen Wochen dadurch weltweite Berühmtheit.

Normalerweise sehe man Frauen mit Behinderungen nicht sexy. „Ich wollte zeigen, dass das okay ist“, sagte die dunkelhaarige Schönheit vor ihrem ersten Start in Südkorea und wiederholte ihre Worte nun im Moment des Sieges: „Meine Motivation war, der Welt zu zeigen, wie selbstbewusst und stolz ich bin. Ich kann schön sein und stark – als Snowboarderin und Mutter, aber auch in einem Bikini.“ Es sei „egal“, fügte sie an, „wie dein Körper aussieht, wenn du dich in deiner Haut wohlfühlst. Und es gibt keinen Grund, dich in deiner Haut nicht wohlzufühlen.“



Huckaby will Vorbild sein, „für Kinder, aber auch Erwachsene, die durch eine schlimme Lebensphase gehen“, wie sie betont: „Als ich Krebs hatte und mein Bein verloren habe, hatte ich niemanden, zu dem ich aufschauen konnte.“

Bei Huckaby, Mutter der 20 Monate alten Lilah, wurde 2010, im Alter von 14, ein Osteosarkom diagnostiziert, ein bösartiger Knochentumor. Sie hatte damals gerade für ein Turn-Stipendium fürs College trainiert. Weil es Komplikationen mit Medikamenten und der Chemotherapie gab und der Tumor wuchs, musste schließlich ihr rechtes Bein amputiert werden, um Huckaby das Leben zu retten.

Es sei ihr „allertiefster Tiefpunkt“ gewesen, erzählt sie heute. Mit ihrer Mutter, die als Krankenschwester arbeitete, zog sie von Louisiana nach Salt Lake City. Dort begann sie mit dem Snowboarden. Es war für Huckaby eine Therapie, aber auch ein Weg, um in den Sport zurückzufinden. Mit Erfolg. Sie holte 2015 und 2017 drei WM-Titel und einmal Silber. „Sport hat mein Leben verändert. Und ich möchte, dass mehr Leute diese Möglichkeit haben“, sagt sie deshalb.

Inzwischen hören ihr die Menschen zu, wenn sie ihre Botschaft verbreitet. Deshalb sagte Huckaby beim Anruf von Sports Illustrated auch sofort zu. Sie sei danach, sagt sie mit einem Schmunzeln, „auf und ab gesprungen und eine Stunde lang durch mein Zimmer gelaufen, weil ich so aufgeregt war.“ Seit Februar gibt es nun die Ausgabe. Und die Reaktionen auf ihre Bikini-Fotos? „Überwältigend positiv!“ Und mit dem Gewinn der Goldmedaille gestern in Pyeongchang wird die Aufmerksamkeit nur noch größer. Und noch mehr Menschen schauen sich die Bilder an. Und damit hat Brenna Huckaby überhaupt keine Probleme – ganz im Gegenteil.