| 23:32 Uhr

Tennis
Görges krönt ihre Traumsaison

 Julia Görges und ihr Siegerpokal, den sie für den Gewinn des Finals beim Kremlin Cup in Moskau erhalten hat. Die 28-Jährige kehrt nun unter die besten 20 Spielerinnen der Welt zurück.  Foto: Golovkin/dpa
Julia Görges und ihr Siegerpokal, den sie für den Gewinn des Finals beim Kremlin Cup in Moskau erhalten hat. Die 28-Jährige kehrt nun unter die besten 20 Spielerinnen der Welt zurück. Foto: Golovkin/dpa FOTO: dpa / Pavel Golovkin
Moskau/Luxemburg. Zwei Turniersiege und eine neue Nummer eins: Das deutsche Damen-Tennis hat ein spektakuläres Wochenende erlebt.

(sid) Ihren geplanten Dubai-Urlaub musste Julia Görges nach ihrem endlich gebannten Final-Fluch erst einmal verschieben. An einem Traumtag für das deutsche Damen-Tennis löste die Fed-Cup-Spielerin am Samstag durch ihren ersten Turniersieg seit sechseinhalb Jahren beim Premier-Event in Moskau noch das Ticket für die WTA Elite Trophy. Nur wenige Stunden später machte Carina Witthöft in Luxemburg mit ihrem ersten Turniersieg ein historisches Wochenende perfekt.

„Ich bin so glücklich, es fühlt sich großartig an. Am Ende der Saison so ein Sahnehäubchen oben draufzusetzen, das ist etwas ganz Besonderes. Es zeigt, dass harte Arbeit sich auszahlt“, sagte Görges nach ihrer 6:1, 6:2-Gala im Finale des Kremlin Cups gegen die russische Lokalmatadorin Darja Kassatkina. Mit Tränen in den Augen küsste die Wahl-Regensburgerin, die dank des Coups wieder in die Top 20 zurückkehrte, anschließend die Silber-Trophäe. In einem Moskauer Brauhaus feierte Görges später ihren Sieg: mit Kaiserschmarrn und Wasser.

Durch den Turniersieg krönte sich Görges erstmals auch zur deutschen Nummer eins. Die 28-Jährige verdrängte damit die kriselnde zweimalige Grand-Slam-Gewinnerin Angelique Kerber (Kiel), die seit Mai 2012 nationale Branchenführerin war. Die frischgebackene Moskau-Siegerin wird ihre Fed-Cup-Kollegin Kerber nun ab 31. Oktober bei der WTA Elite Trophy im chinesischen Zhuhai (bis 5. November) treffen, für die sie sich als letzte von zwölf Profis qualifizieren konnte. „Ich habe nicht wirklich erwartet, dort zu spielen. Aber es ist einfach etwas ganz Spezielles, noch einmal ein kleines Masters zu spielen“, meinte Görges: „Das zeigt mir, wie gut ich in dieser Saison gespielt habe.“



Auch Barbara Rittner versprühte Begeisterung: „Es war für Jule die Krönung eines beeindruckend konstanten Jahres“, sagte Rittner, Head of Women‘s Tennis beim Deutschen Tennis Bund (DTB). Ihre drei vorherigen Finals 2017 hatte Görges, die in Russlands Hauptstadt ein Preisgeld in Höhe von 147 500 US-Dollar einstrich, allesamt verloren.

Auch Witthöft wird den 21. Oktober für immer in besonderer Erinnerung behalten. „Im Tennisleben ist das sicherlich mit mein bester Tag bisher – es fühlt sich toll an, den ersten Turniersieg geschafft zu haben“, sagte die 22-jährige Hamburgerin nach dem 6:3, 7:5 gegen Olympiasiegerin Monica Puig (Puerto Rico). Zwei deutsche Turniersiege an einem Tag hatte es auf der WTA-Tour zuvor erst einmal gegeben: Am 13. November 1994 gewann Anke Huber das Turnier in Philadelphia, während Elena Wagner in Jakarta triumphierte.

In Luxemburg wurde Carina Witthöft, die durch den Erfolg in die Top 60 zurückkehrte, von ihrer Mutter Gaby betreut. „Sie hatte nach dem Finale gar nicht so wirklich Worte parat. Aber wie ich sie kenne, platzt sie natürlich vor Stolz“, sagte Witthöft.