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Fußball
„Glücksfall“ Kohfeldt ist der Trainer des Jahres

 Der Bremer Florian Kohfeldt gestikuliert an der Seitenlinie. Der DFB zeichnete den 36-Jährigen als Trainer des Jahres aus.
Der Bremer Florian Kohfeldt gestikuliert an der Seitenlinie. Der DFB zeichnete den 36-Jährigen als Trainer des Jahres aus. FOTO: dpa / Carmen Jaspersen
Köln. DFB zeichnet den jungen Bremer und den Ex-Freiburger Volker Finke aus. Alle 24 Absolventen erhalten zudem die Fußballlehrer-Lizenz. dpa

„Glücksfall“ Florian Kohfeldt ist der Trainer des Jahres, „Querdenker“ Volker Finke erhielt einen Preis für sein Lebenswerk. Wer der beste Schüler unter den neuen 24 Fußball-Lehrern ist, verriet der Deutsche Fußball-Bund aber nicht. Beim 65. Lehrgang, dem ersten unter dem neuen Ausbilder Daniel Niedzkowski, schafften alle Teilnehmer nach 22 Wochen Präsenzausbildung, acht Wochen Praktikum und sechs Wochen Selbststudium den Abschluss.

„Und wir haben niemanden durchgehievt“, beteuerte Niedzkowski. Wer die beste Abschlussnote hatte, wollte er aber nicht verraten. „Das würde den anderen nicht gerecht“, sagte Niedzkowski: „Die Unterschiede der Top 5 lagen im Promille-Bereich.“ In Patrick Helmes, Andreas Hinkel und dem bereits bei 1860 München in der 3. Liga tätigen Daniel Bierofka gehören drei Ex-Nationalspieler zu den Absolventen. Auch Cristian Fiel vom Zweitligisten Dynamo Dresden ist bereits seit Ende Februar im Profi-Fußball tätig. In Theresa Merk, Verbandssportlehrerin in Mittelrhein, zählte auch eine Frau zu den Teilnehmern.

Der 36 Jahre alte Kohfeldt, seit Oktober 2017 Cheftrainer des Bundesligisten Werder Bremen, war 2015 der Primus gewesen. Nun ehrte ihn der DFB als Coach des Jahres. „Mit seinem Werdegang hat er die Lorbeeren bestätigt, die er als Lehrgangsbester erhalten hatte“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel: „Unter ihm spielt Werder begeisternden und erfolgreichen Fußball.“



DFB-Direktor Oliver Bierhoff lobte: „Für Werder Bremen ist er ein Glücksfall.“ Und Werders Aufsichtsratschef Marco Bode bilanzierte in einem Einspieler über die Videowand: „Didi Hamann lobt ihn, meine Frau mag ihn – er muss ein Guter sein.“ Kohfeldt selbst sagte: „Ich wusste früh, dass ich Trainer werden will. Aber ich habe nie an die Bundesliga gedacht. Als ich die U15 trainiert habe, habe ich gesagt: Das ist mein Traumjob. Jetzt sind noch ein paar Traumjobs dazugekommen.“

Finke (71), der als neunter Trainer nach Dettmar Cramer, Udo Lattek, Gero Bisanz, Otto Rehhagel, Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld, Bernd Schröder und Erich Rutemöller für sein Lebenswerk geehrt wurde, zählte Bierhoff „zu den großen Querdenkern des deutschen Fußballs“. Seine 16 Jahre beim SC Freiburg bedeuten immer noch die längste Amtszeit im deutschen Profi-Fußball.