| 20:40 Uhr

Mönchengladbach ist Zweiter
Das Gladbacher Hoch heißt Hazard

Der Gladbacher Thorgan Hazard (links) freut sich mit seinem Teamkollegen Alassane Plea über sein Führungstor zum 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Partie endete 3:0 für die Fohlen, der Belgier Hazard traf doppelt.
Der Gladbacher Thorgan Hazard (links) freut sich mit seinem Teamkollegen Alassane Plea über sein Führungstor zum 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Partie endete 3:0 für die Fohlen, der Belgier Hazard traf doppelt. FOTO: dpa / Marius Becker
Mönchengladbach. Der Belgier hat in dieser Bundesliga-Saison schon sieben Tore erzielt und seine Borussia auf Platz zwei geschossen. sid

Thorgan Hazard dürfte die Schlagzeilen am Montag mit besonderem Genuss gelesen haben. Der erfolgreichste Torjäger der Bundesliga? Thorgan Hazard, Borussia Mönchengladbach. Der treffsicherste Torjäger der Premier League? Eden Hazard, FC Chelsea. Und Kylian Hazard, das Küken der Familie? Schoss am Samstag für Cercle Brügge sein erstes Tor im belgischen Oberhaus. Es gab schon schlechtere Wochenenden für das treffsichere Trio.

„Ich habe mit meinen Brüdern eine Wette. Wer am Saisonende die wenigsten Tore und Vorlagen hat, muss die anderen zum Essen einladen“, hatte Hazard, der Gladbacher, einst verraten. Dank seines Doppelpacks gegen Fortuna Düsseldorf (3:0), seinem insgesamt vierten für die Fohlen, wird der 25-Jährige wohl wieder auf fremde Kosten speisen. Auch wenn Chelsea-Star Eden (27) noch am Abend nachzog und gegen Crystal Palace (3:1) einen Assist verbuchte.

Sieben Tore hat Thorgan Hazard nun auf dem Konto, der Belgier hat damit maßgeblichen Anteil an Borussias Sprung auf Platz zwei. „Thorgan blüht derzeit auf und macht seine Tore, das tut uns gut“, sagte Trainer Dieter Hecking nach dem Sieg im Niederrhein-Derby, und auch Sportdirektor Max Eberl lobte das „sehr, sehr gute Spiel“ von Hazard, der erst mit einem Handelfmeter (48.) und dann aus der Distanz (82.) erfolgreich war.



Hazard ist für Hecking gleichzeitig das Sinnbild seines Luxus-Problems – in der Offensive hat der Gladbach-Coach ein echtes Überangebot. Gegen Düsseldorf durften neben Hazard auch Alassane Plea und Raffael ran.Nationalspieler Lars Stindl saß auf der Bank, Patrick Herrmann war gar nicht erst im Kader. „Diese Situation ist schön, aber auch nicht ganz einfach“, gab Hecking zu. Beklagen wollte er sich allerdings nicht: „Ich bin froh, dass ich diese Qualität habe.“

Auch sonst hatte Dieter Hecking keinen Grund zur Klage. 20 Punkte, 23:12 Tore – nach dem besten Saisonstart seit 31 Jahren ist die Borussia zumindest auf dem Papier sogar der BVB-Jäger Nummer eins. „Die Tabelle gibt nach einem Drittel der Saison ein gutes Bild ab. Es macht viel mehr Spaß in solchen Gefilden“, sagte Eberl, der gleichzeitig betonte, dass die Bundesliga momentan „ein unglaublich schwerer Wettbewerb“ sei. Hecking fügte an, die Borussia liege bislang „über den Erwartungen“.

Will die Borussia dauerhaft oben mitmischen, muss nun aber auch auswärts die Wende gelingen. Denn während Gladbach mit 15 Punkten die beste Heimelf der Liga ist, gab es auf fremden Plätzen erst fünf Zähler. Thorgan Hazard will das schon am Wochenende in Bremen ändern. „Wir sind jetzt punktgleich mit Bayern München. Die Saison ist aber noch lang“, betonte der Belgier: „Ich hoffe aber, dass wir auch am Samstag etwas mitnehmen können.“