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Gelungenes Debüt: Biegler führt DHB-Frauen zur EM

St Gallen. Die deutschen Handballerinnen feierten ausgelassen mit den mitgereisten Fans, nur ihr neuer Coach Michael Biegler blieb gelassen. Seine erfolgreiche Premiere als Bundestrainer? Geschenkt. Die auf Anhieb geglückte EM-Qualifikation ? Fast nebensächlich. Biegler analysierte nach dem 25:23 (14:14)-Arbeitssieg in der Schweiz lieber unaufgeregt und betont sachlich - und sparte dabei nicht mit Kritik. sid

Die deutschen Handballerinnen feierten ausgelassen mit den mitgereisten Fans, nur ihr neuer Coach Michael Biegler blieb gelassen. Seine erfolgreiche Premiere als Bundestrainer? Geschenkt. Die auf Anhieb geglückte EM-Qualifikation ? Fast nebensächlich. Biegler analysierte nach dem 25:23 (14:14)-Arbeitssieg in der Schweiz lieber unaufgeregt und betont sachlich - und sparte dabei nicht mit Kritik.

"Ich freue mich für die Ladies", sagte Biegler und attestierte seiner Mannschaft eine "große kämpferische Leistung" und eine "tolle Deckungsarbeit". Doch auch aus dem größten Manko seines Teams, der schwachen Chancenauswertung, machte der Trainer-Haudegen keinen Hehl. "Da müssen wir kaltschnäuziger werden und da müssen alle auch ein bisschen mehr Wurfqualität aufbauen." Diesen nächsten Schritt will das deutsche Team möglichst schon beim sportlich unbedeutenden Quali-Abschluss am Sonntag gegen Island in Stuttgart machen.

Richtig ernst wird es dann erst bei der EM-Endrunde im Dezember in Schweden. Bis dahin wartet auf Biegler, der angetreten ist, die DHB-Auswahl im Hinblick auf die WM 2017 im eigenen Land auf Kurs zu bringen, allerdings noch eine Menge Arbeit. Denn neben der Torausbeute ließen auch das Überzahlspiel und das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhütern zu wünschen übrig.



"Alle Fehlleistungen gehen grundsätzlich auf meine Kappe", sagte Biegler, "wir arbeiten noch an den Strukturen." Er sei allerdings "tiefenentspannt, was die Zukunft betrifft".

Trotz der langen Mängelliste war gegen die Schweiz deutlich zu erkennen, wo Bieglers Schwerpunkte liegen. Aus einer kompakten und aggressiven Deckung heraus ergaben sich ein ums andere Mal Gelegenheiten zu Gegenstößen, die vor allem die schnelle Rechtsaußen Svenja Huber (8 Treffer) zu Toren nutzte.