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Gelungener Auftakt, Sorge um Laudehr

Sao Paulo. Die DFB-Frauen starten erfolgreich in ihre Mission Gold. Sorge bereitet nach dem 6:1 gegen die überharte Mannschaft aus Simbabwe Simone Laudehr, die bei einer rüden Attacke einen Außenbandriss erlitt. sid

Der geschwollene Knöchel von Simone Laudehr führte bei Silvia Neid zu einem dicken Hals. "Ich bin total zufrieden", spottete die Bundestrainerin nach dem wahrhaften Härte-Test zum Auftakt der Mission Olympia-Gold, "dass wir nach diesem Spiel nur eine Schwerverletzte und viele mit kleineren Blessuren haben."

Für die "zusammengetretene" Laudehr endete der Abend nach einem Horror-Foul beim 6:1 (2:0) gegen das überharte Team aus Simbabwe im Krankenhaus: Außenband am linken Sprunggelenk gerissen, weitere Teilnahme fraglich. Wie es nach dieser bitteren Nachricht für die Mittelfeld-Stammkraft weitergeht, wird laut Deutschem Fußball-Bund (DFB) nach intensiver Behandlung "in den nächsten Tagen" entschieden.

"Es wäre sehr bitter, wenn Simone ausfällt, wir wissen, was wir an ihr haben", sagte Spielführerin Saskia Bartusiak über den Flügel-Aktivposten. Für solche Notfälle stehen neben dem kleinen 18er-Kader drei Ersatz-Feldspielerinnen parat, vermutlich würde Svenja Huth oder Lina Magull für die 99-malige Nationalspielerin nachrücken.



Neid klagte auch über die nachlässige Unparteiische Rita Gani aus Malaysia: "Ich möchte, dass die Schiedsrichterin die Spielerinnen schützt, gerade nach so einem frühen schweren Foul." Ein "Harakiri-Spiel" sei der erste Schritt auf dem Weg zum ersehnten Finale am 19. August im Maracana von Rio de Janeiro gewesen, befand Alexandra Popp .

Gegen die Nummer 98 der Weltrangliste trafen Sara Däbritz (22. Minute), Popp (36.), Melanie Behringer (53./78.), Melanie Leupolz (83.) sowie Eunice Chibanda (90.) mit einem Eigentor. Der Tabellenführer der Gruppe F kann bereits am Samstag (23 MESZ) gegen Australien das Viertelfinalticket buchen.

Für das große Ziel, den erstmaligen Olympiasieg, muss sich die DFB-Auswahl aber deutlich steigern. "Es ist noch nicht alles rund gelaufen, wir hätten auch noch fünf weitere Tore machen können", sagte Abwehrchefin Bartusiak, die sich auch über die "Fehlerkette" beim unnötigen Gegentor durch Kudakwashe Basopo (50.) ärgerte.

Angreiferin Popp war auch baff über das Publikum in Brasiliens XXL-Metropole, das die deutsche Mannschaft trotz der unansehnlichen Spielweise der Gegnerinnen kontinuierlich auspfiff. Ihre spontane Erklärung: "Vielleicht haben die das 1:7 im Halbfinale der WM 2014 gegen Deutschland noch nicht verarbeitet."