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Füchse triumphieren im EHF-Pokal

Berlin. Die Füchse Berlin haben zum ersten Mal den Handball-EHF-Pokal gewonnen. Die Gastgeber besiegten am Sonntag im ersten deutschen Finale seit 2011 den HSV Hamburg mit 30:27. Vor einem Jahr hatten die Füchse ebenfalls vor eigenem Publikum beim Final Four Platz drei belegt. sid-Mitarbeiter Thomas Wolfer

Erst tanzte Silvio Heinevetter mit seinen Teamkollegen jubelnd über das Parkett, dann reckte Kapitän Iker Romero im goldenen Konfettiregen die so lange ersehnte erste internationale Trophäe für die Füchse Berlin in die Luft. Mit dem 30:27 (16:13) im hitzigen Final-Thriller um den EHF-Cup gegen den Bundesliga-Konkurrenten HSV Hamburg erfüllte sich der Hauptstadtclub ausgerechnet in der heimischen Max-Schmeling-Halle einen großen Traum.

Während die Hamburger um Trainer Jens Häusler zwei Jahre nach dem sensationellen Triumph in der Champions League einen weiteren Coup im zweitwichtigsten europäischen Vereinswettbewerb verpassten, fiel den Berlinern mit dem Schlusspfiff eine riesige Last von den Schultern. Im vergangenen Jahr war der deutsche Pokalsieger von 2014 an gleicher Stelle noch im Halbfinale gescheitert - nun folgte endlich der lange ersehnte Erfolg und der Startschuss für eine lange Partynacht.

"Es ist sehr, sehr schön für unseren Verein, das hier zu Hause zu erleben. Die Nerven haben gehalten", sagte Sigurdsson. Der 42-Jährige stand gestern zum letzten Mal in einem großen Endspiel für die Hauptstädter an der Seitenlinie. Der Isländer verlässt den Club nach sechs Jahren am Saisonende und konzentriert sich künftig ausschließlich auf seinen Job als Bundestrainer. Nationalspieler Paul Drux, der das entscheidende Tor zum Endstand erzielte, fand es "überragend, einfach nur geil". Torwart Heinevetter, der als bester Keeper des Turniers ausgezeichnet wurde, empfand "eine Riesenerlösung. Wir haben uns vor der Saison das Ziel gesetzt, diesen Pokal zu holen. Der Druck war groß."

Die Hamburger mussten derweil früh einen Schock verdauen. Davor Dominikovic blieb Mitte der ersten Halbzeit nach einem Zusammenprall auf dem Feld liegen und schrie vor Schmerzen. Der Kroate konnte aufgrund einer Schulterverletzung nicht mehr mitwirken und wurde aus der Halle gebracht.

Mit einer Ausnahme im Vorjahr haben seit 2004 ausschließlich deutsche Mannschaften den EHF-Cup errungen. Das erste deutsche Finale seit vier Jahren hatten Hamburg und Berlin am Samstag in der Max-Schmeling-Halle mit souveränen Siegen in der Vorschlussrunde perfekt gemacht. Der HSV bezwang den späteren Dritten Skjern Handbold aus Dänemark (27:23), die Füchse setzten sich gegen Gorenje Velenje aus Slowenien (27:24) durch.