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Freund fliegt am Podest vorbei

Oberstdorf. Severin Freund ist in Oberstdorf 0,3 Punkte an einem Podestplatz vorbeigeflogen und hat Rang vier belegt. Während Österreich am Freitag einen Dreifachsieg nach Schneefall, Wirbelwind und Abbruch des ersten Durchgangs feierte, jubelten 20 500 Fans beim Auftaktspringen der 60. Vierschanzentournee über drei Deutsche unter den Top Zehn Von Lars Becker und Thomas Bachmann (dapd)

Oberstdorf. Severin Freund ist in Oberstdorf 0,3 Punkte an einem Podestplatz vorbeigeflogen und hat Rang vier belegt. Während Österreich am Freitag einen Dreifachsieg nach Schneefall, Wirbelwind und Abbruch des ersten Durchgangs feierte, jubelten 20 500 Fans beim Auftaktspringen der 60. Vierschanzentournee über drei Deutsche unter den Top Zehn. Stephan Hocke wurde Achter, Geheimfavorit Richard Freitag Zehnter."Schade, dass es mit dem Podestplatz so knapp war. Trotzdem war es ein guter Abend", sagte Freund. Mit 264,0 Punkten fehlten ihm umgerechnet 20 Zentimeter zum Sprung auf das Treppchen. "Das Podest wäre das Sahnehäubchen gewesen, aber das wollen wir den Österreichern bei nächsten Springen heimzahlen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Sieger des mit dreieinhalb Stunden Dauer wohl längsten Auftaktspringens der Tournee-Geschichte wurde Gregor Schlierenzauer (283,3 Punkte), der nun als Einziger die Chance auf die Sonderprämie von einer Million Schweizer Franken für den Sieg bei allen vier Springen hat. Zweiter wurde Andreas Kofler (265,2) vor Thomas Morgenstern (264,3). Der in der Gesamtwertung fast schon aussichtslos zurückliegende Freitag (240,3) sagte: "Ich muss versuchen, das hier schnell abzuhaken und in Garmisch zu alter Stärke zurückzufinden. Es hat noch die Harmonie im Sprung gefehlt."

Martin Schmitt schied im ersten Durchgang aus. "Ich habe es einfach nicht hingekriegt", sagte der Routinier nach dem Fehlstart bei seiner 16. Tournee-Teilnahme: "Da sind die schwierigen Bedingungen keine Entschuldigung. Es lag klar an mir selbst."



Zum Start des Springens hatte starker Schneefall eingesetzt. Der erste Durchgang war nach 35 Springern abgebrochen worden - zum Glück für Freitag. Er wäre bei Schneefall und wechselnden Winden ausgeschieden. Denn Freitag war nur 107,5 Meter gesprungen. Bei nur 103 Metern abgestürzt war Schlierenzauer, der nach seiner Landung höhnisch Beifall klatschte. Sein Bundestrainer Alexander Poitner rastete auf der Tribüne aus: "Da werden Sportler vorgeführt, die Aushängeschilder dieses Sports sind." Der Druck der Trainer half, die Jury annullierte den Durchgang. Nach einer halbstündigen Pause ging's neu los, auch da mit Unterbrechungen wegen des turbulenten Windes.

Am Silvestertag steht in Garmisch-Partenkirchen die Qualifikation für das Neujahrsspringen an. Danach folgen die Springen in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar). "Man muss den jungen Springern auch Zeit geben, in die neue Rolle reinzuwachsen. Sie werden ja Schritt für Schritt verfolgt", sagte Schuster mit Blick auf den Rummel um die deutschen Springer. Er ergänzte: "Das sportliche Potenzial ist in jedem Fall da. Beim nächsten Mal sollte es fürs Podest reichen."

"Das Podest wäre das Sahnehäubchen gewesen."

Bundestrainer

Werner Schuster