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Frauenfußball
Voss-Tecklenburg startet im Herbst

Martina Voss-
Tecklenburg wird neue 
Bundestrainerin.
Martina Voss- Tecklenburg wird neue Bundestrainerin. FOTO: Salvatore Di Nolfi / dpa
Frankfurt. DFB bestätigt die Verpflichtung der neuen Bundestrainerin der deutschen Frauen.

(sid)  Nach dem gescheiterten Steffi-Jones-Experiment setzen die DFB-Bosse wieder auf eine unumstrittene Expertin: Die ehemalige Nationalspielerin Martina Voss-Tecklenburg, derzeit noch Trainerin der Schweiz, wird nach der WM-Qualifikation im Herbst Interimscoach Horst Hrubesch ablösen. Die 50-Jährige soll die Frauenfußball-Nationalmannschaft als Bundestrainerin nicht nur zurück in die Erfolgsspur führen, sondern auch verkrustete Strukturen aufbrechen.

„Es ist eine große Ehre, aber auch Verantwortung und gleichzeitig Verpflichtung, das Amt der Cheftrainerin beim zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister zu übernehmen“, sagte die 125-malige Nationalspielerin, die seit der Jones-Entlassung im März als Topkandidatin gehandelt wurde und einen Vertrag bis zur EM 2021 erhält.

DFB-Präsident Reinhard Grindel rühmte sie als „erfahrene und hoch angesehene Trainerin. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie mit ihrer Expertise und Persönlichkeit die Richtige ist, um unsere Frauen-Nationalmannschaft gemeinsam mit Britta Carlson weiter zu entwickeln und erfolgreich zu führen.“



In Carlson (40), seit 2012 Co-Trainerin beim deutschen Meister VfL Wolfsburg, übernimmt eine weitere ehemalige DFB-Spielerin die Rolle als Assistentin. Die 40-Jährige wird diese Funktion bereits beim kommenden Testspiel in Kanada am 10. Juni an der Seite von Hrubesch ausüben. „Es war immer mein großer Traum, einmal für die deutsche Nationalmannschaft arbeiten zu dürfen“, sagte Carlson. Voss-Tecklenburg, seit Februar auch Aufsichtsratsmitglied von Fortuna Düsseldorf, gilt nicht zuletzt dank ihrer Arbeit seit 2012 in der Schweiz als renommierte Fachfrau. Sie führte die Schweizerinnen nicht nur 2015 zur WM- und zwei Jahre später zur EM-Premiere, sondern übernahm auch die Leitung des Frauenfußball-Ausbildungszentrums. Sie habe „Strukturen professionalisiert, konzeptionell innovativ gearbeitet und ihre Mannschaft auf allen Ebenen weiterentwickelt“, betonte Oliver Bierhoff, DFB-Direktor Nationalmannschaften. Solche Impulse wünscht er sich nun auch beim DFB: „Wir sind überzeugt davon, dass sie mit ihrer Erfahrung und frischen Ideen auch die von uns angestrebten neuen Wege gehen wird, um den Frauenfußball strategisch weiterzuentwickeln.“ Voss-Tecklenburg sieht darin eine „Herausforderung und spannenden Aufgabe“, der sie sich aber voller Vorfreude stellt: „Gerade die Umstrukturierung des DFB und die Verzahnung mit dem Männerfußball bieten riesige Chancen, um Synergien zu nutzen und innovative Wege zu gehen“.

Weil der DFB sie aber erst für die Zeit nach der WM-Qualifikation vom Schweizer Verband loseisen konnte, muss Feuerwehrmann Hrubesch (67) noch das Ticket für die Endrunde 2019 in Frankreich sichern. Die Bundesliga-Klubs empfangen Voss-Tecklenburg mit offenen Armen. „Martina ist ein großer Gewinn für den deutschen Frauenfußball“, sagte Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt und Bundesliga-Sprecher, dem SID und beschrieb Voss-Tecklenburg als „starke, erfahrene und kommunikative Persönlichkeit“ sowie als „richtige Person zur richtigen Zeit“.

In der Liga hatte die gebürtige Duisburgerin erste Schritte als Trainerin beim FCR Duisburg gemacht, mit dem sie einmal den UEFA-Cup und zwei Mal den DFB-Pokal gewann.