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Frauenfußball
Mittag macht Feierabend

Weltmeisterin Anja Mittag beendet ihre DFB-Karriere.
Weltmeisterin Anja Mittag beendet ihre DFB-Karriere. FOTO: Hendrik Schmidt / dpa
Köln. Nach 158 Länderspielen tritt die Stürmerin aus der DFB-Auswahl, mit der sie alles gewonnen hat, zurück.

(sid) Die Dauerbrennerin hört auf: Nach 158 Länderspielen und zuletzt 61 Einsätzen in Serie macht Anja Mittag Feierabend. „Es ist der Zeitpunkt für mich gekommen, aus der Nationalmannschaft zurückzutreten“, sagte die 32 Jahre alte Angreiferin vom schwedischen Fußball-Rekordmeister FC Rosengard, die auf eine komplette Titelsammlung im DFB-Trikot zurückblicken kann. In ihrer persönlichen Abschiedsnotiz in den sozialen Netzwerken bedankte sich Mittag „für die vielen unvergesslichen Momente und Titel, die wir gemeinsam feiern konnten“.

Seit ihrem Debüt 2004 triumphiert sie mit der DFB-Auswahl bei der WM 2007 in China, wurde dreimal Europameisterin (2005, 2009, 2013) und gewann Gold bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Bei der jüngsten EM in den Niederlanden stand sie bis zum enttäuschenden Viertelfinal-K.o. gegen Dänemark (1:2) immer in der Startformation, die Ausbeute von 50 Treffern im DFB-Trikot konnte sie allerdings nicht erhöhen.



Bundestrainerin Steffi Jones hob trotz des tränenreichen Endes Mittags „herausragende Stellung“ im Team hervor: „Sie war auf und neben dem Platz ein Vorbild, hat die wichtigen Tore gemacht und alle Titel gewonnen.“ Nach den Rücktritten von Saskia Bartusiak, Annike Krahn und Melanie Behringer im vergangenen Sommer muss Jones die nächste Routinierin ersetzen.

Nur drei Spielerinnen haben mehr Einsätze als Mittag für Deutschland bestritten: Rekordnationalspielerin Birgit Prinz (214), Kerstin Stegemann (191) und Ariane Hingst (174). Im DFB-Kader ist nun Abwehrchefin Babett Peter (29) mit 111 Einsätzen die erfahrenste Spielerin.

Trotz der vielen Erfolge hat Mittag auch schwierige Zeiten im Nationalteam durchlebt, galt phasenweise gar als Chancentod. Der Tiefpunkt: 2011 strich Ex-Bundestrainerin Silvia Neid die sensible Stürmerin wegen Formschwäche kurz vor der Heim-WM aus dem Kader.

Doch nach ihrem Wechsel nach Schweden blühte sie wieder auf und schoss das DFB-Team mit ihrem Final-Tor 2013 gegen Norwegen (1:0) in ihrer Wahlheimat zum achten EM-Triumph. In Malmö wird die langjährige Potsdamerin, die fließend schwedisch spricht, ihre Karriere noch bis mindestens 2019 fortsetzen.