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Hrubesch kann jubeln
Startrekord und neuer Schwung für die WM

Nationalspielerin Alexandra Popp (rechts) behält hier im Zweikämpf mit der Österreicherin Verena Aschauer die Übersicht.
Nationalspielerin Alexandra Popp (rechts) behält hier im Zweikämpf mit der Österreicherin Verena Aschauer die Übersicht. FOTO: dpa / Marcel Kusch
Essen. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft besiegt Österreich mit 3:1. Trainer Hrubesch bis auf die Chancenverwertung zufrieden. dpa

Sechs Spiele, sechs Siege – doch Horst Hrubesch wusste nicht einmal, dass er mit der makellosen Bilanz als Trainer der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft einen Startrekord hingelegt hatte. „Was habe ich jetzt schon wieder gemacht?“, fragte der 67-Jährige überrascht, als er nach dem 3:1-Sieg gegen Österreich in Essen davon erfuhr. Zuletzt hatte Silvia Neid nach ihrer Amtsübernahme 2005 fünf Siege nacheinander eingefahren. Diese Bestmarke hat Hrubesch nun einkassiert. „Das nehme ich mit. Aber solche Dinge interessieren mich eigentlich nicht.“

Typisch Hrubesch. Viel wichtiger als eigene Meriten ist dem knorrigen Westfalen, dass er die verunsicherte DFB-Auswahl als Interimscoach nach der Trennung von Steffi Jones innerhalb von sechs Monaten wieder in die Erfolgsspur brachte. „Mit ihm haben wir Selbstbewusstsein und Spielfreude zurückbekommen“, lobte Bayern-Mittelfeldspielerin Sara Däbritz den Chef. „Wir haben wieder Spaß, das hat man gesehen“, befand auch die Wolfsburgerin Alexandra Popp.

Die Spielführerin köpfte ihr Team bereits in der achten Minute in Führung, ließ aber zwei weitere Großchancen aus: „Da muss ich kaltschnäuziger werden“, gestand Popp nach ihrem 44. Treffer im 91. Länderspiel. Gleichwohl erklärte Hrubesch die 27 Jahre alte Offensivspielerin mit Blick auf die WM für unersetzlich: „Wir wissen, was wir an ihr haben. Sie ist eigentlich unverzichtbar für uns.“



Statt Popp sicherten nach dem Ausgleich von Nicole Billa (34. Minute) mit Linda Dallmann (56.) und Lea Schüller (84.) zwei Essener Lokalmatadorinnen den verdienten Erfolg gegen den EM-Halbfinalisten von 2017. „Ich hätte nicht schlafen können, wenn ich nicht noch das Tor gemacht hätte“, sagte die quirlige Dallmann und gab hohe Ziele aus: „Wir wollen bis zur WM kein Spiel mehr verlieren.“

Das erste Länderspiel nach der erfolgreichen WM-Qualifikation nutzte Hrubesch, um den Kampf um die Kaderplätze für die Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli 2019) auszurufen und personell zu experimentieren. So bekamen nicht nur die Ersatz-Torhüterinnen Lisa Schmitz (Potsdam) und Merle Frohms (Freiburg) Einsatzzeiten, auch die erst 19-jährige Giulia Gwinn (Freiburg), Felicitas Rauch (Potsdam) oder Turid Knaak (Essen) durften sich zeigen. Lena Lattwein  von der TSG Hoffenheim musste allerdings vergeblich auf ihr erstes A-Länderspiel warten.

Bis auf die Chancenverwertung war Hrubesch „sehr zufrieden“ mit den Fortschritten des Teams, das sich befreit vom Druck der Qualifikationsspiele kombinationssicherer als zuletzt präsentierte. Den eingeschlagenen Weg soll Hrubeschs Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg fortsetzen und das vorhandene Potenzial weiterentwickeln.