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EM-Quali
DFB-Frauen mit Neustart nach WM-Enttäuschung

 Nehmen nach der WM den Betrieb wieder auf: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg Alexandra Popp. Foto: Arne Dedert
Nehmen nach der WM den Betrieb wieder auf: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg Alexandra Popp. Foto: Arne Dedert
Kassel. Einzelgespräche, Gruppenarbeit und „anstrengende und intensive Diskussionen“: Mit einer ganztägigen Analyse hat die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft die WM-Enttäuschung aufgearbeitet - und will den Blick nun nur noch in die Zukunft richten. Von Wolfgang Müller, dpa

„Die Köpfe haben geraucht“, berichtete Spielführerin Alexandra Popp in Kassel von der Detailarbeit nach der verpatzten Weltmeisterschaft im Sommer in Frankreich.

„Wir haben uns sehr viel hinterfragt, aber jetzt ist wieder die Freude am Fußball da. Es bringt nichts, jedes Mal und wieder und wieder zurückzublicken auf die WM. Wir müssen nach vorn schauen. Wir wollen zur EM nach England, das ist unser Maßstab“, sagte Popp. „Wir haben neue Ziele vor Augen, sind motiviert und greifen voll an“, sagte Dzsenifer Marozsán vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon in einem am Freitagnachmittag verbreiteten Video des DFB-Sponsors VW nach dem Besuch der gesamten Mannschaft im Volkswagen-Werk in Kassel.

Den ersten Schritt auf dem Weg zu neuen Zielen strebt die Auswahl von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Qualifikationsspiel gegen Montenegro am Samstag (12.30 Uhr/ARD) im Kasseler Auestadion an. Wohlwissend, dass der Außenseiter kein echter Prüfstein sein wird, inwieweit das Viertelfinal-Aus gegen Schweden und die offenkundig aufgetretenen atmosphärischen und kommunikativen Störgeräusche wirklich Vergangenheit sind.



Die ungleich schwerere Herausforderung wartet drei Tage später in Lwiw gegen die Ukraine. „Wir wollen uns auch ein gutes Gefühl holen für das Spiel am Dienstag“, gab Voss-Tecklenburg offen zu.

Wie wichtig die „anstrengende und intensive“ (Popp) Aussprache war, unterstreicht alleine schon der ungewohnte Zeitplan mit einer Anreise am Montag, um „bereits am Dienstagmorgen mit der Analyse zu starten“, wie es Voss-Tecklenburg schilderte. „Das war ein wichtiger Prozess für uns. Wir haben versucht, das, was nicht so gut gelaufen ist bei der WM, sowohl sportlich als auch kommunikativ, in Zukunft zu verbessern“, sagte die 51 Jahre alte frühere Nationalspielerin.

Wirkte Voss-Tecklenburg vor einigen Tagen bei einem Auftritt in der DFB-Zentrale in Frankfurt noch angespannt und belastet vom WM-Abschneiden, so saß sie nun tiefenentspannt und immer wieder lächelnd auf dem Mini-Podium. „Wichtig ist, dass wir reflektiert haben, aber ganz wichtig ist es auch zu erkennen, dass wir ganz viel gut gemacht haben“, sagte „MVT“. Für die Partie gegen Montenegro versprach die Trainerin „attraktiven und temporeichen“ Fußball und stellte trotz der verpassten Olympia-Qualifikation und einem Jahr 2020 ohne großes Turnierereignis klar: „Wir sind guter Dinge, ich glaube an dieses Team, wir haben gute Charaktere im Team.“

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