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Frauen-WM in Frankreich
Gegen Südafrika soll der Gruppensieg her

 Nach einem kleinen Ausflug zum Strand wollen die deutschen Frauen bei der WM jetzt im dritten Gruppenspiel Südafrika nass machen.
Nach einem kleinen Ausflug zum Strand wollen die deutschen Frauen bei der WM jetzt im dritten Gruppenspiel Südafrika nass machen. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Montpellier. Die DFB-Fußballerinnen wollen im dritten WM-Spiel den spielerischen Sand aus dem Getriebe bekommen. sid

 Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg schlürfte unter Palmen einen Eiskaffee, Melanie Leupolz wollte am liebsten gleich ins Mittelmeer springen: Erholt durch das Urlaubsfeeling beim Strandausflug soll bei den deutschen Fußballerinnen der Sand aus dem Getriebe verschwinden.

Im dritten WM-Spiel gegen Südafrika an diesem Montag (18 Uhr/ARD und DAZN) reicht ein Remis zum so wichtigen Gruppensieg, um Titelverteidiger USA aus dem Weg zu gehen. Doch der schon für das Achtelfinale qualifizierte zweimalige Weltmeister will vor der K.o.-Runde dringend Selbstvertrauen tanken.

„Wir haben eine sehr gute Ausgangslage für den ersten Platz. Dafür müssen wir den entscheidenden Schritt machen“, sagte Voss-Tecklenburg und versicherte nach der sonnigen Auszeit am Samstagnachmittag: „Der Kampfmodus ist im Training immer da.“ Der Ausflug zur Beach-Bar „Paillote Bambou“ nahe des Spielortes Montpellier sei angesichts des spürbaren Erwartungsdrucks für die Köpfe der Spielerinnen wichtig gewesen. „Wir brauchen diese Balance aus intensiver Arbeit auf und neben dem Platz und den Räumen, wo gelacht wird und die Anspannung, die in den Spielen zu spüren war, beiseite gelegt wird und der Kopf frei ist“, sagte „MVT“ mit Blick auf die durchwachsenen 1:0-Siege gegen China und Spanien. Um spielerisch zu überzeugen, brauche es aus ihrer Sicht eben „Lockerheit und Sicherheit“.



Die soll sich der Olympiasieger mit einem guten Auftritt gegen „Banyana Banyana“ holen. Der Turnierneuling brennt auf seine ersten WM-Punkte und hofft auch noch auf das Weiterkommen als einer von vier besten Gruppendritten. „Sie werden mit viel Leidenschaft kommen“, warnte Linda Dallmann: „Sie verteidigen mit allem, was sie haben, und haben gefährliche Spitzen.“ Die Mittelfeldspielerin von der SGS Essen wartet noch auf ihren ersten Einsatz bei der Endrunde. Vielleicht kommt die 1,58 Meter kleine, ballsichere Dallmann gegen Südafrika zu ihrem ersten WM-Einsatz. Voss-Tecklenburg kündigte jedenfalls personelle Veränderungen an.

„Wir hoffen ja, noch länger im Turnier zu sein, da müssen wir auch auf die Belastung schauen“, sagte die 51-Jährige, die auch drohende Sperren in die Auswahl der Formation einfließen lassen will. Verwarnt wurden bislang das 17 Jahre alte Küken Lena Oberdorf und Verena Schweers.

Bei Spielmacherin Dzsenifer Marozsan (Zehenbruch) schaut die medizinische Abteilung weiterhin von Tag zu Tag. Laut Voss-Tecklenburg macht die 27-Jährige von Olympique Lyon trotz Schmerzen erste Fortschritte: „Sie ist aber noch ein weites Stück entfernt von der Spielfähigkeit. Aber es ist großartig, wie sich in dieser schwierigen Situation für die Mannschaft einbringt.“