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Franck Ribéry zieht Real Madrid vor

München. Mario Gomez & Co. verkündeten bei ihrer offiziellen Vorstellung die hohen Titel-Ziele des FC Bayern, Franck Ribéry betreibt dagegen seine ganz eigene Politik

München. Mario Gomez & Co. verkündeten bei ihrer offiziellen Vorstellung die hohen Titel-Ziele des FC Bayern, Franck Ribéry betreibt dagegen seine ganz eigene Politik. Während der Stuttgarter Rekordeinkauf des deutschen Fußball-Rekordmeister mit Toren wieder für Titel sorgen will und irgendwann auch in der Champions League den großen Coup landen möchte, möchte Ribéry trotz Vertrags bis 2011 sein Engagement in München vorzeitig beenden und nach Spanien wechseln. "Es ist entschieden, ich will gehen. Es wird Real oder nichts", sagte der Franzose. "Ich würde gerne schnell ein Gespräch mit den Bayern-Verantwortlichen führen." Den 26-jährigen Ribéry kümmerte das offizielle Wechsel-Veto seiner Bosse nicht. Er lässt sich weiter von Real Madrid umgarnen und forcierte mit seinen Aussagen in der Sportzeitung "L'Equipe" (Donnerstag) den Abmarsch zum spanischen Rekordmeister. Auch wenn Karl-Heinz Rummenigge Gelassenheit demonstrierte. "Wir gehen ganz entspannt mit der Geschichte um. Ich interpretiere die Aussage von Franck so: Entweder Real oder nichts. Und da ist unsere klare Antwort: nichts", wiegelte Rummenigge in Münchner Tageszeitung "tz" (Freitag) das Aufbegehren ab. "Wir sind nicht unruhig. Franck bleibt." Noch bei der stolzen Präsentation von Hoffnungsträger van Gaal hatte Uli Hoeneß auf den Wert Ribérys hingewiesen und den Franzosen als "Schlossallee mit vier Hotels" bezeichnet. Der Mittelfeldstar zog nun die nächste Ereigniskarte - aber ein "konkretes Angebot von Real" gab es laut dem Manager bis zum Trainingsstart nicht. Und eine Monopoly-Straße wie die Schlossallee "gibt man nur her, wenn man in Not ist oder pleite oder nicht mehr weiter weiß", sagte Hoeneß. "Oder einer kommt auf die Schlossallee, weil er sich da hinwürfelt und da wird es teuer." Bislang habe man alle Besuche von Real abgelehnt, weil die Spanier "das Spiel Monopoly nach ihren Regeln spielen wollen", verriet Hoeneß und damit zwischen den Zeilen auch: Es gibt eine Schmerzgrenze, wenn Madrid nur genügend bietet. Bis an die Schmerzgrenze hatten die Münchner selbst beim30-Millionen-Coup mit Gomez gehen müssen. Keine Belastung, wie der 23-Jährige meinte. "Das war die Bedingung, die Stuttgart gestellt hat." In der neuen Heimat München kennt er sich bereits aus. "Ich hatte vorher schon Freunde hier", betonte Gomez, der gestern nur einmal irritiert dreinschaute: Als ihn Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick mit den Worten "vielen Dank Mario Basler" verabschiedete. dpa