| 23:15 Uhr

Ferraris Titel-Taktik lautet: Alles für Fernando Alonso

Valencia. Gegen König Fußball steht selbst Fernando Alonso in den heimischen Medien derzeit im Abseits. Doch im Kampf um den Formel-1-Thron greift der spanische Superstar noch einmal an. Ein komplett überarbeiteter Dienstwagen soll den Ferrari-Piloten am Sonntag beim Grand Prix im Hafen von Valencia im Titelkampf wieder auf Kurs bringen

Valencia. Gegen König Fußball steht selbst Fernando Alonso in den heimischen Medien derzeit im Abseits. Doch im Kampf um den Formel-1-Thron greift der spanische Superstar noch einmal an. Ein komplett überarbeiteter Dienstwagen soll den Ferrari-Piloten am Sonntag beim Grand Prix im Hafen von Valencia im Titelkampf wieder auf Kurs bringen. Schade nur für ihn, dass kaum jemand Notiz davon nimmt. Im Vergleich zur Berichterstattung über das Gruppen-Endspiel von Spaniens Kicker gegen Chile bei der Fußball-WM in Südafrika geriet das bevorstehende Formel-1-Spektakel an der Costa Blanca zur Randnotiz. Dabei geht es für Alonso schon um sehr viel. Noch einmal hat die Scuderia kräftig investiert und ihrem Chef-Piloten eine neue "rote Göttin" geliefert. Der zweimalige Weltmeister will die Bedeutung des neunten Saisonlaufs aber nicht zu hoch hängen. "Nach dem Valencia-Rennen kommen noch zehn weitere Grands Prix", sagt der 28-Jährige. "Das ist nicht der letzte Strohhalm, den wir haben." Auch in Silverstone und auf dem Hockenheimring wolle Ferrari noch mal nachlegen. Dennoch: Alonso steht unter Druck. Mit seinem Sieg zum Saisonauftakt in Bahrain begann die Traum-Ehe mit Ferrari standesgemäß. Doch danach kam nicht mehr sehr viel: Zwei Podiumsplätze in Barcelona (Zweiter) und zuletzt in Montréal (Dritter) - das war's. Ansonsten bremsten er und sein Team sich durch Pleiten und Pannen immer wieder selbst aus. "Wir hatten einige Auf und Abs", gibt Alonso zu. Ein wichtiges Duell hat er aber scheinbar schon gewonnen. Er ist die Nummer eins im Team. Das machte Alonso seinem Teamkollegen Felipe Massa in Schanghai deutlich, als er den Brasilianer in der Boxeneinfahrt ausbremste, um als Erster von der Ferrari-Crew abgefertigt zu werden. Auf Geheiß des mächtigen Ferrari-Chefs Luca di Montezemolo lautet die neue Strategie nun angeblich: Alles für Alonso. So soll der Titel noch gerettet werden. Mit der Strategie hatte Ferrari schon Erfolg zu Zeiten von Michael Schumacher, als Massas Landsmann Rubens Barrichello den Wasserträger mimte. Angesichts des WM-Standes macht die Ferrari-Taktik Sinn. Alonso rangiert als WM-Vierter mit 94 Punkten nur 15 Punkte hinter dem Führenden McLaren-Piloten Lewis Hamilton - weniger als die 25 Zähler für einen Sieg. Massa ist hingegen Achter und hat schon 42 Punkte Abstand zur Top-Position. dpa



Auf Einen BlickFernando Alonso war im zweiten Training zum Großen Preis von Europa Schnellster. Der Formel-1-Pilot fuhr am Freitag im Ferrari in 1:39,283 Minuten Bestzeit. Zweiter wurde Sebastian Vettel im Red Bull vor Teamkollege Mark Webber. Mercedes-Fahrer Nico Rosberg, im ersten Training noch Erster, kam auf Rang vier, sein Teamkollege Michael Schumacher wurde Elfter. dpa