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Federer kann Geschichte schreiben, Safina fordert Williams

Melbourne. Im heißen Melbourne ist Roger Federer (Foto: dpa) mit der kühlen Präzision eines Siegers ins Endspiel der Australian Open eingezogen. Dem Aufschlag-Riesen Andy Roddick (USA) ließ der Tennis-Profi aus der Schweiz gestern bei seinem 6:2, 7:5, 7:5-Erfolg keine Chance

Melbourne. Im heißen Melbourne ist Roger Federer (Foto: dpa) mit der kühlen Präzision eines Siegers ins Endspiel der Australian Open eingezogen. Dem Aufschlag-Riesen Andy Roddick (USA) ließ der Tennis-Profi aus der Schweiz gestern bei seinem 6:2, 7:5, 7:5-Erfolg keine Chance. Gegner im Finale ist der Gewinner des spanischen Linkshänder-Duells zwischen dem Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal und dem Überraschungskandidaten Fernando Verdasco. Duell der DauerrivalenIm Duell der Dauerrivalen Federer und Roddick gelang dem Schweizer das Kunststück, doppelt so viele Asse (16) zu servieren wie sein Gegner. Nach 2:07 Stunden feierte er im 18. Spiel gegen Roddick den 16. Sieg. Was immer der 26 Jahre alte Amerikaner probierte - Federer hatte die passende Antwort. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk konterte er Angriffe. "Ich war in der Lage, ihn zu kontrollieren", sagte Federer. Nachdem sich beide wegen Temperaturen von bis zu 44 Grad in einer Halle aufgewärmt hatten, beschlossen die Organisatoren eine halbe Stunde vor dem Spiel, das Dach der Rod Laver Arena wieder zu öffnen. Federer ließ dies unbeeindruckt: "Ich finde es angenehmer, draußen zu spielen. Es ist hauptsächlich ein mentales Problem, mit der Hitze umzugehen." Mit einem Finalsieg an diesem Sonntag (9.30 Uhr/Eurosport) würde Federer mit 14 Grand-Slam-Titeln den Rekord von Pete Sampras (USA) einstellen. "Ich bin froh, dass ich mir diese Chance erkämpft habe", sagte der 27-Jährige. Sampras jedenfalls habe ihm eine SMS geschickt und viel Glück gewünscht. Das Endspiel ist Federers 18. Grand-Slam-Finale. "Die Zahl kannte ich nicht. Sie macht mich stolz." Während der Damen-Halbfinals war das Dach über dem Center Court wegen der Hitze geschlossen worden. Mit den ungewohnten Bedingungen konnten Serena Williams und Dinara Safina am besten umgehen. Die neunmalige Grand-Slam-Gewinnerin aus den USA und die Schwester des früheren Weltranglisten-Ersten und Australian-Open-Siegers Marat Safin bestreiten morgen das Finale. Die Siegerin wird die Serbin Jelena Jankovic an der Spitze der Weltrangliste ablösen. "Mein Ziel ist nicht, Nummer eins zu sein; mein Ziel ist es, ein weiteres Spiel bei den Australian Open zu gewinnen", sagte Williams nach ihrem 6:3, 6:4-Erfolg gegen Olympia-Siegerin Jelena Dementjewa aus Russland. Zum vierten Mal steht Serena Williams nun im Finale der Australian Open. 2003, 2005 und 2007 schleppte sie den Siegerpokal mit nach Hause. Ein Triumph 2009 wäre der zehnte Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. "Das wäre cool. Dann wäre ich Mitglied eines elitären Clubs", sagte die 27-Jährige. Safina entschied das russische Halbfinale gegen Vera Swonarewa mit 6:3, 7:6 (7:4) für sich. Die 22-Jährige strebt ihren ersten Sieg bei einem Grand-Salm-Turnier an. Sie wäre dann die zweite Russin nach Maria Scharapowa als Nummer eins der Welt. dpa